Ludwigslust : Versailles des Nordens erwacht neu

Schloss Ludwigslust bekommt Stück für Stück seinen historischen Charme zurück. Nächstes Frühjahr soll der Ostflügel wieder in altem neuen Glanz erstrahlen.
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Schloss Ludwigslust bekommt Stück für Stück seinen historischen Charme zurück. Nächstes Frühjahr soll der Ostflügel wieder in altem neuen Glanz erstrahlen.

SVZ hatte die exklusive Gelegenheit, im Schloss Ludwigslust trotz Sanierung schon mal hinter die barocken Kulissen schauen zu dürfen

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11. Juni 2015, 07:00 Uhr

Der alte Geist kehrt in das kleine Versailles des Nordens, wie Schloss Ludwigslust liebevoll genannt wird, schrittweise zurück. Im Frühjahr 2016 soll die Wiedereröffnung des Ostflügels gefeiert , im Oktober dieses Jahres die Baumaßnahme abgeschlossen werden. Seit 2009 wird dort in dem barocken Bau gewerkelt. Bei laufendem Museumsbetrieb im Westflügel. Unter anderem werden derzeit historische Papiertapeten restauriert und nachgefertigt. Einige Ecken der Residenz erstrahlen bereits in wieder erwachter Schönheit. Dafür hat auch Steffi Dahl als Projektleiterin des Betriebes für Bau- und Liegenschaften, sie ist für das Schloss Ludwigslust zuständig, mitgesorgt. Hervorzuheben ist, dass bei den Maßnahmen im Innenbereich 75 Prozent der als förderfähig anerkannten Kosten über den ELER-Fonds der EU abgerechnet werden können.

„Wir haben beispielsweise die Außenwange der Holztreppe vom ersten zum zweiten Obergeschoss mit hydraulischen Drehsteifen um bis zu neun Zentimeter hochgedrückt und ein Stahlkreuz sowie angepasste Metallformen zur Stabilisierung eingebaut“, berichtet Steffi Dahl. Tischler, Statiker und Metallbauer hätten fantastisch zusammengearbeitet, lobt die Fachfrau. Als Überraschung präsentiert sie außerdem Leuchtpaneelen an den Wänden, die für indirektes Licht sorgen und im Ruhezustand glatt als antiker Fassadenaufbau durchgehen würden. Und sie zeigt auch auf die historischen Hängeleuchten im Treppenhaus.

Die neue Dienertreppe, eine komplette Eichenholzkonstruktion, die sich bis ins dritte Obergeschoss windet, ist dem alten Verlauf nachempfunden und gilt gleichzeitig als Fluchtweg für die Verwaltung, die unterm Dach des Schlosses eingezogen ist.

Im Galeriesalon im Ostflügel wurde der Fußboden teilweise oder komplett aufgenommen, wie in allen anderen restaurierten Räumen des Ostflügels auch, um die dringend notwendige statische Tragkraft von Fußböden und Decken wieder herzustellen. Sämtliche Leitungen sind ebenfalls darin verschwunden. Die Marketerie-, Parkett und Dielenböden sind konservatorisch gesichert und ergänzt worden. Wo es notwendig erschien.

„Wir haben sogar die Original-Brandlöcher vor dem Porzellan-Kamin als typische Nutzungsspuren erhalten. Sie sollen den künftigen Besuchern bewusst machen, dass hier wirklich einmal Menschen gelebt haben“, betont Steffi Dahl auf ihrem Rundgang mit der SVZ. Und weist auf die Spiegel, die sich mit neu aufgedampftem Amalgam-Belag, so wie früher, im ursprünglichen Erscheinungsbild präsentieren.

Besonders begeistert ist die Expertin von den alten Kristallleuchtern. „Zwei von ihnen sind in Wien bei einer Spezialfirma restauriert und gereinigt worden. Stück für Stück. Als sie zurück waren und aus ihrem Transportkarton geholt wurden, war das wie eine Geburt. Einfach toll“, schwärmt Steffi Dahl.

Im Goldenen Saal, der bekanntesten Räumlichkeit des Schlosses, ist der Fußboden auch statisch verstärkt worden. Von fachlicher Hand sind die Kronleuchter gereinigt. Die Öfen wurden abgebaut, um an die Fußbodenkonstruktion zu gelangen. Auch hier mussten neue Leitungen verlegt werden. „Die Wandfassungen hinter den Kaminen und neben den Öfen wurden ebenfalls restauriert. So wie auch die Supraporten über den Türen“, sagt Steffi Dahl, sichtlich zufrieden über den guten Fortlauf der Bauarbeiten.

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