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Ludwigslust : Verrückt nach Margits hipper Mode

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Schauspieler geraten zufällig in Schlossboutique und finden Kleider für ihren „Walking Act“ auf Kleinem Fest

Nur einmal hat Margit Harloff die Kunden Ralf-Peter und Heidrun aus Hannover in ihrer Boutique gesehen. Und doch kann sie sich sofort erinnern, als die beiden fast ein Jahr später wieder ihr Geschäft in der Schlossstraße betreten. „So flippige und begeisterte Menschen vergisst man doch nicht“, sagt Margit Harloff. Die beiden Schauspieler hatten sich letztes Jahr nach ihrem Auftritt beim Kleinen Fest im großen Park Zeit für einen Stadtbummel genommen und waren dabei ganz zufällig in Margits Schlossboutique geraten. „Was war das für ein Spaß“, erinnert sich Heidrun. „Wir waren völlig von den Socken, was es hier für tolle Klamotten gibt“, meint auch ihr Schauspielkollege Ralf-Peter vom Scharniertheater aus Hannover. Zweieinhalb Stunden verbrachten die beiden in dem Geschäft. Probierten Hosen, Jacken, stöberten zwischen Halsketten, Tüchern und Seidenblumen. „Wir hatten so viel Spaß“, sagt Ralf-Peter Post. „Und am Ende waren wir über 600 Euro los.“ Der graue Mantel, der ihm sofort gefiel, ist heute Teil seines Programms für den Walking Act „Karlo, Karla, Kalinka und Maus Manfred“, mit dem das Scharniertheater gerade in Israel gastierte und im August auch auf dem Kleinen Fest in Ludwigslust zu sehen sein wird. Dieses Jahr ist auch Margit Harloff als Zuschauer dabei. Das erste Mal überhaupt und auch nur, weil ihr die Schauspieler zwei Freikarten für das Open-Air-Spektakel schenkten. „Als kleines Dankeschön für die Geduld und die Zeit, die sie sich für uns genommen hat“, sagt Ralf-Peter Post. Dabei hatte die 63-jährige Geschäftsinhaberin mindestens genauso viel Spaß beim Ausprobieren wie ihre Kunden. „Ich mag nichts Langweiliges“, sagt sie. „Und ich mag es natürlich, wenn meine Kunden das schätzen.“ Sie kennt Frauen aus Stuttgart, Celle oder Hamburg, die vor Jahren das erste Mal bei ihr waren und nun immer mal wieder vorbeischauen, wenn sie zum Beispiel gerade mit dem Wohnmobil in der Nähe sind. Ihre Ware holt die Techentinerin immer persönlich aus den Modezentren in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Schkeuditz ab. Bei diesen Dienstfahrten fühle sie sich immer ein bisschen wie damals beim Öffnen eines Westpakets. „Man wusste nie, was drin war. Aber besonders und anders war es irgendwie immer.“ Sie legt Wert auf Extravaganz, nicht auf Masse. „Ich kaufe lieber ein Teil bei zehn Händlern, statt zehn Teile bei einem. In einer Kleinstadt wie Ludwigslust möchte man ja nicht, dass der Nachbar das gleiche T-Shirt trägt.“

Die Schauspieler aus Hannover sind auch bei ihrem zweiten Besuch in Margits Laden wieder fündig geworden: Heidrun greift sich sofort einen roten Rüschenschirm und Ralf-Peter die grüne Ledertasche. „Meinst du, die steht mir“, fragt er die Verkäuferin. Margit lacht und antwortet: „Nimm sie und probier’ sie aus. Leder muss getragen werden. Und im Sommer, wenn wir uns wiedersehen, bezahlst du sie.“

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erstellt am 22.Apr.2017 | 05:00 Uhr

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