Neustadt-Glewe : Verletzungsgefahr: Spielplatz nach wenigen Tagen dicht

Bürgermeisterin Doreen Radelow hat den Spielplatz am Fischerstieg aus Sicherheitsgründen gesperrt. Fotos: andreas münchow
Bürgermeisterin Doreen Radelow hat den Spielplatz am Fischerstieg aus Sicherheitsgründen gesperrt. Fotos: andreas münchow

Wohngebiet in Neustadt-Glewe: Bürgermeisterin Doreen Radelow sperrte Gelände wegen Baumängeln an Spielgerät

svz.de von
09. Juni 2016, 21:00 Uhr

Schaukel, Rutsche, Karussell und vor allem ein Kombi-Spielgerät, auf dem geklettert und gehangelt werden kann – der neue Spielplatz im Fischerstieg in Neustadt-Glewe ist toll. Nur: Die Kinder dürfen dort (noch) nicht toben. Ein Schild macht es deutlich: „Spielplatz gesperrt“. Unterschrieben hat Bürgermeisterin Doreen Radelow.

Für einige Neustädter offenbar unverständlich. So schrieb SVZ -Leser Michael Straube in einem Leserbrief an unsere Redaktion unter anderem: „...Nun wurde vor einigen Wochen doch noch der ursprünglich geplante Spielplatz errichtet...und auch sofort von den Kindern im Wohngebiet angenommen. Doch schon nach wenigen Tagen des Kinderglückes wurde der Spielplatz durch die Stadt gesperrt...“ Anwohner seien über das Vorgehen der Stadt „sehr irritiert“ und es würden „viele Gerüchte“ erzählt, so der Leser.

SVZ fragte Bürgermeisterin Doreen Radelow, was es mit der Sperrung auf sich hat. Und dabei kam raus: Es gibt Baumängel, die für Kinder gefährlich werden können. Speziell geht es um die sogenannte „Fallschutzfläche“ unter dem Kombigerät. „Die Spielgeräte wurden Ende 2015 aufgebaut. Um die Sicherheit der Kinder zu erhöhen, wollten wir spezielle Matten ausprobieren, die unter dieses und andere Spielgeräte gelegt werden und dort fest ,verankert‘ sind. Denn bei Sand besteht die Gefahr, dass dieser breit und sozusagen weggelaufen wird, dadurch Kuhlen entstehen“, sagt Bürgermeisterin Doreen Radelow. Das führe zur Verletzungsgefahr, wenn Kinder zu Boden stürzen. Und so verlegte der Spielplatzhersteller auch besagte Matten. Die zuständige Fachdienstleiterin im Rathaus, Dörte Ecks, bestätigt: „Auch der TÜV fordert einen fachgerecht ausgeführten Fallschutz.“

Das Problem aber: Die Matte unter dem Kombigerät wurde nicht fachgerecht verlegt. Sie besteht aus vielen kleinen Platten, die u. a. durch Silikon miteinander verbunden sein müssen, damit sie nicht verrutschen. Hier gab es erhebliche Mängel. Zudem fehlten zunächst Borde, die am Außenrand ebenfalls ein Verrutschen der Matte verhindern sollen.

Bürgermeisterin Doreen Radelow: „Die Arbeiten an der Fallschutzfläche wurden durch die betreffende Firma nicht fachgerecht ausgeführt. Deshalb mussten wir als Stadt den Spielplatz sperren.“

Das Absperrband allerdings verschwand stets nach einiger Zeit. Und dann geschah es: Ein Hortkind stürzte vom Kombigerät und brach sich einen Arm. „Vom Hort kam der Vorwurf, es sei nicht zu erkennen gewesen, dass der Spielplatz gesperrt ist“, so die Bürgermeisterin. Als Reaktion darauf wurde dann das erwähnte Sperrschild aufgestellt. Denn ein Verletzungsfall kann ansonsten Schadensersatzforderungen zur Folge haben.

Zwar hat der Spielplatzhersteller entsprechend einer Aufforderung der Stadt inzwischen einige Mängel beseitigt, zum Beispiel Borde gesetzt, aber trotzdem gibt es nach wie vor Probleme. Einige Mattenteile heben bzw. senken sich bei Betreten nach wie vor, verrutschen auch. Doreen Radelow: „Da können Kinder ganz schnell stolpern und sich verletzen, ebenso bei Stürzen vom Kombigerät.“

Aufgrund dessen besteht die Stadt nun darauf, dass die betreffende Firma die Mattenteile aufnimmt, die darunter liegende Kiesschicht nachbessert und die Matte neu verlegt. Erst dann wird der Spielplatz wieder freigegeben.

Allerdings gibt es noch ein Problem im Zusammenhang mit dem Spielplatz: Dessen Absicherung durch einen Zaun. Fachdienstleiterin Dörte Ecks: „Es gibt auf dem Spielplatzgelände einen Zufahrtsweg, der entgegen dem B-Plan entstand. Ein Zaun würde diesen Weg schwer passierbar machen. Wir arbeiten auch an der Lösung dieses Problems.“

Bürgermeisterin Doreen Radelow hat auch angesichts möglicher Irritationen um besagten Spielplatz eine Bitte an die Einwohner ihrer Stadt: „Wer Fragen oder Anregungen hat, der kann jederzeit ins Rathaus kommen oder einfach anrufen um eine Antwort zu erhalten.“

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