Ludwigslust : Vereinsjubiläum im Blick

Sozialministerin Birgit Hesse (4.v.l.) beim Gespräch im Treffpunkt des Behindertenverbandes.
Sozialministerin Birgit Hesse (4.v.l.) beim Gespräch im Treffpunkt des Behindertenverbandes.

Gesprächsrunde mit der Sozialministerin des Landes, Birgit Hesse, im Treffpunkt des Behindertenverbandes Ludwigslust

von
15. Juli 2014, 16:56 Uhr

„Unser Treffpunkt steht allen offen. Jeder Bürger kann kommen, unsere Angebote richten sich nicht nur an behinderte Menschen“, sagte Werner Oeding, der Vorsitzende des Behindertenverbandes Ludwigslust, in der Gesprächsrunde mit Birgit Hesse. Die Sozialministerin von MV war einer Einladung von SPD-Landtagsabgeordneten Detlef Müller gefolgt, der innerhalb seiner diesjährigen Sommertour diesen Termin im „Treffpunkt“, dem Haus des Behindertenverbandes, möglich gemacht hatte.

„Aktuell zählen wir 140 Mitglieder im Verband, und jeden Tag halten wir verschiedene Angebote bereit. Gut angenommen wird der integrative Tanztee, der sonntags ab 14 Uhr stattfindet und im Schnitt von rund 50 Teilnehmern besucht wird“, so Werner Oeding. Der Verband wird am 1. April 2015 sein 25-jähriges Bestehen feiern. „Auf dieses Jubiläum bereiten wir uns gegenwärtig vor“, so Oeding.

Wegen des Treffens mit der Ministerin war der Start für geplante Renovierungsarbeiten um einen Tag verschoben worden. „Ein neuer Fußboden kommt hier rein. Aber wir haben als gemeinnütziger Verein immer Probleme mit der Finanzierung. Im letzten Jahr haben wir von der Sparkasse 3500 Euro erhalten. Der gesamte Fußboden wird 8000 Euro kosten.“

Über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuwendungen finanziert sich der Behindertenverband Ludwigslust, der Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband ist. „In unserer Vereinsarbeit greift uns die Stadt Ludwigslust unter die Arme. Im Veranstaltungskalender für das Jahr steht auch eine Fahrt nach Hamburg auf dem Programm, und da wir ja auch zur Metropolregion Hamburg gehören, haben wir bei der Stadt einen Antrag auf finanzielle Unterstützung gestellt und 900 Euro bekommen“, so Werner Oeding, der zugleich ergänzt, dass nur zu sieben Prozent die Kosten von den Geldern des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes gedeckt werden.

Den Hauptanteil der finanziellen Mittel für den Behindertenverband erwirtschaftet der Zweckbetrieb für Landschaftspflege. „Allerdings müssen wir mit dem Finanzamt Hagenow alle zwei Jahre um unsere Gemeinnützigkeit kämpfen. Da sind 600 Euro für die Tätigkeit unseres Steuerbüros zu entrichten“, weist Werner Oeding auf ein Problem hin. In der Vergangenheit gab es schon eine Zusammenkunft mit Finanzministerium, Finanzamt und dem Vorstand des Vereins. „Aber erneut sind wir damit behelligt worden, den Beweis anzutreten, dass wir mit unserer Landschaftspflege gemeinnützig sind. Auf unser Schreiben vom 10. April 2014 an das Finanzministerium haben wir noch keine Antwort erhalten“, so Werner Oeding. Sozialministerin Birgit Hesse weiß, dass die Schwierigkeiten, die der Behindertenverband Ludwigslust mit dem Hagenower Finanzamt habe, kein Einzelfall sei. „Ich habe mit der Finanzministerin gesprochen, hier eine intensive Prüfung vorzunehmen. Diese ist aber noch nicht abgeschlossen. Wenn die Ergebnisse vorliegen, können wir uns gern noch einmal treffen“, erklärte Ministerin Birgit Hesse. Martina Krüger, Referatsleiterin im Ministerium, verwies auf ein Schreiben aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz an die EU, in dem gefordert wird, dass die Leistungen der gemeinnützigen Vereine so versteuert werden, wie es bislang zu ihren Gunsten geschehen ist. Dieser Forderung hat auch das Land Mecklenburg-Vorpommern zugestimmt.

Weitere Themen waren die Vermittlung von Menschen mit Behinderungen auf den ersten Arbeitsmarkt, die Bedeutung von Außenarbeitsplätzen sowie veränderte Anforderungen an die Betreuung behinderter Menschen in vollstationären und betreuten Wohneinrichtungen. Vertreter der Lewitz-Werkstätten gGmbH berichteten über alternative Wohnformen auch für schwerst mehrfach behinderte Menschen mit einem hohen Betreuungs- und Pflegebedarf.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen