Karenz : Verein fürchtet um Erholungswert

Reit- und Fahrverein Karenz legt gegen Bauvorhaben von Biogas- und Mastanlage Widerspruch ein / Unterlagen bis 21. März ausgelegt

von
07. März 2014, 17:37 Uhr

Karin Gajda ist besorgt. Wenn die geplante Mast- und Biogasanlage gegenüber des Reitplatzes des Karenzer Reit- und Fahrvereins errichtet wird, könnte das Naturerlebnis zu Pferd für ihre Mitglieder und die Besucher beeinträchtigt werden. „Wir befürchten auch eine erhöhte Geruchsbelästigung sowie eine steigende Belastung der Umwelt“, sagt Gajda, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins ist.

Weil die Mitglieder das nicht wollen, haben sie jüngst einen Widerspruch gegen das Bauvorhaben „Geflügelmast- und Biogasanlage Wendischer Weg in Karenz“ beim Amt Dömitz-Malliß eingereicht. Der Bebauungsplan zum Bauvorhaben befindet sich dort derzeit in der zweiten Auslegungsphase und kann noch bis zum 21. März im Amtsgebäude eingesehen werden.

Bei solch einer Auslegung besteht die Möglichkeit, Hinweise oder Bedenken zu den Plänen mitzuteilen. Willfried Pagung, einer der Investoren für die Anlage und ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde, stört diese Eingabe nicht. „Das obliegt dem Verein“, sagt er.

Zum Hintergrund: Der Verein hat seinen Sitz in einem Gebäude des Biolandwirtes Tim Giese. Auch die Pferde, auf denen die Vereinsmitglieder reiten, stehen bei ihm in einem Stall. Gieses Bio-Hof liegt direkt an der Karenzer Dorfkreuzung, schräg gegenüber des Reitplatzes. Zur Reitfläche hinter dem kleinen Wäldchen müssen sie ein kleines Stück auf der Straße reiten. Die Vereinsmitglieder befürchten, dass mit dem zu erwartenden erhöhten Verkehrsaufkommen durch die Geflügelmast- und Biogasanlage die Vereinsangebote erheblich beeinträchtigt werden. Jeden Sonnabend und Sonntag geben sie Reitunterricht, in den Ferien sogar täglich. „Wir wollen den Kindern auch mal eine Reitstunde gratis anbieten“, sagt Karin Gajda, die derzeit ihren Trainerschein macht, um dieses Angebot später realisieren zu können.

„Wenn wir zu unserem Übungsreitplatz wollen, müssen wir die Straße mit unseren Pferden überqueren“, sagt Vereinsmitglied Katrin Korup, die ebenfalls ihren Trainerschein macht. Die Sicherheit der Kinder müsse doch gewährleistet werden, so ein weiterer Aspekt.

Für die Vereinsmitglieder ist zudem traurig, dass die Sicht beim Übungsreiten künftig auf eine Biogas- und Mastanlage gerichtet sein wird. „Es wurden zunächst Gelder in den Tourismus investiert und nun soll eine Mastanlage errichtet werden“, sagt Tim Giese. Das Vereinsmitglied hat dabei den Aussichtsturm auf dem Wanzeberg im Blick. Zudem sei ein Wanderweg von Menkendorf nach Glaisin entstanden, der auch gut angenommen wird. „Gäste aus Niedersachsen, Berlin, Meppen, aber auch aus Ludwigslust nutzen zudem den Reitweg, der zum Gestütsweg Redefin bis Neustadt an der Dosse gehört“, schildert Gajda. Dieser Gestütsweg sei sogar von Till Backhaus ins Leben gerufen worden und der dazugehörige Reitweg wird für kleine Tagesritte sowie zum Training genutzt, fügt sie hinzu. „Es wäre schön, wenn er nicht kaputtgemacht wird“, sagt Tim Giese.

Dass es nun mehrere Prüf-Verfahren gibt, ist ein ganz normaler Vorgang. „Jeder hat sich an Gesetzlichkeiten zu halten“, sagt Willfried Pagung. Substanzielle Dinge wie beispielsweise das Bundesimmissionsschutzgesetzes müsse er einfach beachten. Und er fügt hinzu, dass die Biogasanlage als solche eventuell gar nicht zu erkennen sein werde, weil sie mit einem Holzzaun „verkleidet“ werden soll, so Pagung. Dennoch könne er die Einwendungen verstehen. Eine unabhängige Firma habe den Bebauungsplan gestaltet, und da werden die Einwendungen stark beachtet.

Die Vereinsmitglieder befürchten dennoch, dass sich durch die Maßnahmen die guten Bedingungen ihres Geländes verschlechtern könnten. „Wir wollen niemanden an den Pranger stellen, sondern der Öffentlichkeit sagen, dass sie mal darüber nachdenkt, was diese Baumaßnahme mit sich bringt“, erklärt Karin Gajda.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen