Zucht des Bunten Bentheimer Landschweins soll forciert werden : Urwüchsig, stressstabil und drei Koteletts mehr

<strong>Das Bunte Bentheimer Landschwein</strong> besitzt viele Vorzüge für die Vermarktung. Allein wegen des relativ hohen Fettanteils und der langen Wachstumszeit wandten sich Mäster von dem Tier ab.
Das Bunte Bentheimer Landschwein besitzt viele Vorzüge für die Vermarktung. Allein wegen des relativ hohen Fettanteils und der langen Wachstumszeit wandten sich Mäster von dem Tier ab.

Das Bunte Bentheimer Landschwein soll im Bestand vermehrt und die Vermarktung dieser Rassetiere im Biobereich vorangebracht werden. Das beschlossen, die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten, 35 Herdbuchzüchter.

svz.de von
05. März 2013, 12:23 Uhr

Dömitz/Vielank | Das Bunte Bentheimer Landschwein soll im Bestand vermehrt werden. Die aus dem gesamten Bundesgebiet zu zwei verknüpften Hauptversammlungen nach Dömitz und Vielank angereisten 35 Herdbuchzüchter beschlossen, die Vermarktung dieser Rassetiere im Biobereich voranbringen. Das könne durchaus gemeinsam mit Züchtern für konventionell gemästete Schweine im seit fünf Jahren bestehenden Verein "Nordschwein" geschehen, insbesondere aber als Züchterverbund in der Herdbuch-Gemeinschaft.

Gastgeber für die Treffen am Wochenende in der Dömitzer Hafengastronomie und im Vielanker Brauhaus war Torsten Scheper, Nebenerwerbslandwirt aus Raddenfort. Scheper und seine Mitstreiter haben sich bewusst auf die traditionelle Schweinehaltung und auf das eingekreuzte Ur-Schwein aus dem 19. Jahrhundert konzentriert.

Erst nach einem Jahr Schlachtreife erreicht

Durch die stetig weiter voranschreitende Optimierungen von immer geringeren Fettanteilen und kürzeren Wachstumsphasen bei Züchtung des so genannten Hybridschweins, gehen immer mehr arttypische Gen-Informationen verloren, kritisiert Scheper. Als lebenden Beweis führte er die niedrige Stressschwelle des Hybridschweins an. Ein Schwein in 180 Tagen zur Schlachtreife gemästet zu haben, dass ist für den Direktvermarkter aus Raddenfort keine Fleischqualität.

Schepers Bentheimer erreichen ihre Schlachtreife erst nach zwölf bis 14 Monaten. "Dafür habe ich ein urwüchsiges Tier, das stressstabil und mit drei Koteletts mehr als das Hybridschwein aufwarten kann", skizziert Scheper die Vorteile seiner Schweine. Zudem leben Bunte Bentheimer Landschweine zu jeder Jahreszeit im Freien. Nur Ferkel benötigen einen Unterstand und über einen kurzen Zeitraum eine spezielle Anschubfütterung.

Trotzdem Scheper und weitere Herdbuchzüchter sich bewusst sind, dass sie aus einer Marktnische heraus wirtschaften, wollen sie ihren Nebenerwerb erweitern, vermehrt die Kundschaft von Bioerzeugnissen für sich gewinnen. Keine leichte Aufgabe für Torsten Scheper, obwohl die Direktvermarktung deutlich angewachsen sei. Noch suhlen sich vier Zuchtsauen, einige Ferkel und ein Eber auf Schepers Bauernhof. Doch es sollen mehr Bentheimer werden. Kaum war sein Vorhaben öffentlich, mehrten sich kritische Fragen in Sachen Geruchsbelästigung oder Umweltbelastung. Alles an den Haaren herbeigezogen, entgegnet Scheper. Massentierhaltung wird es bei ihm nicht geben. Seine Kundschaft ist sich bewusst, dass Fleisch und Wurst vom Bentheimer Landschwein etwas seltener und teurer ist, als die derzeit von der Verbrauchermasse bevorzugte Magerschweinrassen.

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