zur Navigation springen

Besucherstrom ungebrochen : Unterwegs im Ludwigsluster Schloss

vom

Wenn von Schlössern in Mecklenburg die Rede ist, wird zumeist an Schwerin oder Güstrow gedacht. Von Ludwigslust wird dagegen viel weniger gesprochen. Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch historisch wenig angebracht.

svz.de von
erstellt am 07.Feb.2013 | 10:39 Uhr

Ludwigslust | Wenn von Schlössern in Mecklenburg die Rede ist, wird zumeist an Schwerin oder Güstrow gedacht. Von Ludwigslust wird dagegen viel weniger gesprochen. Das ist nicht nur ungerecht sondern auch historisch wenig angebracht. Die Schweriner Volkszeitung will das zu oft unterschätzte Schloss wieder mehr in den Blick der Öffentlichkeit rücken und startet daher eine Serie über die Entdeckungen in dem Haus, über die Fortschritte der Sanierungen und über das künftige Konzept.

Mehr als nur ein Hauch Geschichte umwehen die umfangreichen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten auf Schloss Ludwigslust. Trotz teilweiser Schließung der Räume im Ostflügel kamen im vergangenen Jahr 36 000 Besucher und ließen sich nicht von Baulärm und anderen bautechnischen Widrigkeiten abschrecken. Das Ziel der Sanierungen ist in der Konzeption klar umrissen: "Das in Stadt und Park eingebettete, spätbarocke Gebäude ist gleichzeitig Ausstellungsstück und Hülle für die neue Ausstellung. Die Innenräume des Schlosses werden mit der Sanierung und Neukonzeption zu einem großen Teil für die Besucher begehbar und die Geschichte seiner Bewohner erlebbar. Im Zentrum der neuen Präsentation steht das private Leben im Schloss Ludwigslust. Dabei werden die Besonderheiten von Ludwigslust herausgestrichen: Der ,Schöne Schein’ - das Gesamtkunstwerk von Schloss, Park und Stadt. Die Besucher wandeln durchs Schloss und somit durch die Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner."

Die umfangreichen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten im Ostflügel bringen mitunter Kurioses und auch Interessantes aus der Schlosshistorie zum Vorschein. War es vor Wochen ein kleines Steuerbuch aus dem Jahre 1765, gibt es fast täglich Neues zu berichten.

Es ist eine kleine Zeitreise, auf die uns die Restauratoren und Handwerker manchmal mitnehmen. So wird derzeit die Gemäldegalerie im ersten Obergeschoss nach historischen Befunden rekonstruiert. Nach dem Entfernen der vielen Zwischenwände, welche im 19. und 20. Jahrhundert eingebaut wurden, ergibt sich jetzt der alte Raumzustand.

Bei der Rückbebauung einer kleinen Treppe in der Galerie fanden Tischler der Potsdamer Restaurierungswerkstatt Proschke beschriftete Dielenbretter. Auf der für die Treppe umgebauten Dielung schrieb Zimmerer Joh. Rath aus Ludwigslust folgende Inschrift: "Joh. Rath, Zimmerer, geboren zu Ludwigslust d. 19. Februar 1863, Ludwigslust, d. 28. August 1920." Dieses ist nicht ungewöhnlich, denn viele der beauftragten Handwerker hinterließen ihre kleine eigene Nachricht für die Nachwelt. Für Restauratoren und Kunsthistoriker ist so ein Fund eine kleine Sensation, erleichtert es doch die zeitliche Zuschreibung.

Auch während der umfangreichen Sanierung des Ostflügels in den nächsten drei Jahren ist es möglich, wenn auch in einer reduzierten Form, den Museumsbetrieb aufrecht zu erhalten. Um die räumliche Einschränkung zu kompensieren wurden neue Führungskonzepte entworfen.

Ergänzend werden bei Bedarf thematische Baustellenführungen und andere Veranstaltungen mit den jeweiligen Restauratoren organisiert und angeboten. Einer der wesentlichen Aspekte für die Öffnung des Schlosses trotz der umfassenden Baumaßnahmen, ist die Rolle des Hauses Betreff des regionalen Tourismus in Zusammenhang mit der örtlichen Gastronomie bzw. Hotels. "Durch die hohe kulturelle Wertigkeit unseres Hauses und die gewachsenen Strukturen in der Zusammenarbeit mit den örtlichen Hotels hat sich neben dem "normalen" Tourismus ein Eventtourismus entwickelt. Wenn auch in einem kleinen und beschaulichen Rahmen mit Thematischen Führungen, den Schloss-Konzerten oder im großen Maßstab die Open Air Konzerte", sagte Schlossleiter Peter Krohn.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen