Ludwigslust : Unterschriften für den Erhalt der Südbahn

Gerda Lerke (l.) und Philipp Lübbert trugen sich in die Liste der Protestler ein. Die Linken – hier Jacqueline Bernhardt und Melitta Roock (r.) – unterstützen die Bürgerinitiative.  Fotos: Neumann
Gerda Lerke (l.) und Philipp Lübbert trugen sich in die Liste der Protestler ein. Die Linken – hier Jacqueline Bernhardt und Melitta Roock (r.) – unterstützen die Bürgerinitiative. Fotos: Neumann

Philipp Lübbert: Teilschließung auf der Strecke wäre Nachteil für Tourismusland

svz.de von
03. März 2014, 08:40 Uhr

„Ich habe gar kein Auto. Ich brauche die Bahn“ steht auf einem Plakat am Eingang zum Ludwigsluster Bahnhof. Für Werner Korzitze gilt das eigentlich nicht. Trotzdem steht der 72-Jährige am Freitagabend vor dem Bahnhof, um gemeinsam mit der Bürgerinitiative „ProSchiene Hagenow – Neustrelitz“ für den Erhalt der Mecklenburger Südbahn zu kämpfen. „Man muss doch auch seine Mitmenschen sehen, die auf die Bahn angewiesen sind, um zur Arbeit, zur Berufsschule in Parchim, zum Arzt oder ins Krankenhaus zu kommen“, sagt der Ludwigsluster. „Wenn nicht hier, wo sonst soll ich zeigen, dass ich mit dieser Entscheidung der Landesregierung nicht einverstanden bin?“ Werner Korzitze meint die Entscheidung, den Schienenverkehr auf dem Teilstück zwischen Parchim und Waren zu Dezember 2014 nicht mehr zu bestellen (und zu bezahlen) und stattdessen Busse einsetzen zu lassen.

Auch für den Tourismus und die Naherholung sei die Südbahn wichtig, meint Irene Korzitze. Sie ist regelmäßig mit der Südbahn unterwegs, trifft Kleingruppen auf Ausflügen, Klassen, die das Müritzeum besuchen wollen, und Touristen. „Gerade für ein Tourismusland, wie es Mecklenburg-Vorpommern sein will, wäre es ein Nachteil, wenn dieser Streckenabschnitt geschlossen wird“, sagt Philipp Lübbert, der gerade an den Stand der Protestler gekommen ist. Der Dömitzer ist fast jeden Tag mit dem Zug unterwegs, allerdings auf anderer Strecke. Trotzdem trägt er sich in die Liste der Unterstützer ein.

Den Zeitpunkt der Entscheidung findet Jacqueline Bernhardt, Kreistagsmitglied und Landtagsabgeordnete der Linken, mehr als verwunderlich. „Wieso schließt man einen Streckenabschnitt, bevor der geplante integrierte Landesverkehrsplan vorliegt?“ fragt sie sich. „Die Linke“ unterstützt die Bürgerinitiative und hat schon mehrere entsprechende Anträge in den Landtag eingebracht. Und da taucht für die Groß-Laascherin die nächste Frage auf: Warum setzen sich einige Kreistagsmitglieder im Landtag nicht genauso für die Südbahn ein, wie sie es im Kreistag vorgeben? Stattdessen gehen sie einem Votum aus dem Weg, indem sie den Schweriner Sitzungssaal vorübergehend verlassen.



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