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Mecklenburg in der Vorreiterrolle beim Autobahnbau : Unternehmer auf der Spur der A 14

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Es geht um die größte Lücke im deutschen Autobahnnetz, die zwischen Magdeburg und Schwerin geschlossen werden soll. Zumindest auf Mecklenburger Gebiet sind alle Hindernisse beseitigt, haben die Bauleute das Sagen.

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erstellt am 19.Apr.2013 | 06:02 Uhr

Friedrichsmoor/Ludwigslust | Von Baustopp keine Spur bei der A 14, zumindest auf Mecklenburger Gebiet. Auf den 16 Kilometern des Verkehrsabschnittes sieben (etwa vom Dreieck Schwerin bis zur B 5 zwischen Grabow und Ludwigslust) wird an nahezu allen Brückenbauwerken weiter voll gebaut. Und auch der Winter hat nur zu geringen Verzögerungen geführt. Spätestens im Juni, so die zuständigen Stellen des Landes, sei man wieder im ursprünglichen Plan. Auch der Baustopp auf brandenburgischen Gebiet relativiert sich, weil es am 24. April zu dem Thema vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Entscheidung geben wird. Dabei geht es nicht gegen die Autobahn an sich, sondern um die Überprüfung von Naturschutzmaßnahmen. Fazit: An der Autobahn wird in Mecklenburg gebaut, es gibt Widerstände vor allem in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Doch das Gesamtprojekt ist weder insgesamt noch in seiner Finanzierung gefährdet. Dennoch wagt niemand die Prognose, wann die Autobahn zwischen Schwerin und Magdeburg befahrbar sein wird, die wagt derzeit niemand.

Das sind die Ergebnisse des jüngsten Spezialstammtisches des Unternehmerverbandes Westmecklenburg zum Thema Autobahn. Die Antworten für gut 50 interessierte Unternehmer gab es aus berufenem Mund, Thomas Taschenbrecker, Chef des Schweriner Straßenbauamtes und Bernd Kannscheit, der zuständige Planungsbetreuer, gaben erst theoretisch Auskunft, um dann später die Gruppe auf einer Bustour auf der längsten Baustelle Mecklenburgs herumzuführen. Für die Befürworter der schnellen Verbindung zwischen dem Dreieck Schwerin und Magdeburg war der Abend ein Heimspiel. Gehören doch die Unternehmen der Region schon seit vielen Jahren zu den größten Befürwortern des Weiterbaus der A 14. Für das Projekt hatten die Unternehmer schon vor Jahren Tausende Unterschriften gesammelt. Angesichts der jüngsten Nachrichten aus Brandenburg mache man sich nun wieder Sorgen, so Wolfgang-Rainer Hildesheim, der Präsident des Unternehmerverbandes. Zum Stammtisch waren auch Firmenchefs aus dem Wismarer Raum und dem Bereich Stendal gekommen. Zumindest für Mecklenburg konnten Thomas Taschenbrecker Entwarnung geben. Für den Abschnitt von der Bundesstraße 5 in Richtung Brandenburg seien die Planungen fertig, Man warte auf die Finanzierungszusage des Bundes, dann könne, unter Wahrung der Fristen von einem Vierteljahr, mit den Ausschreibungen begonnen werden. Angesichts der schwierigen Finanzlage des Bundes wird aber dieses Jahr nicht mehr mit Grünem Licht gerechnet. Für das kommende Jahr schon. Dieser Abschnitt wird zudem nur gebaut, wenn zugleich in Brandenburg von der künftigen Anschlussstelle Groß Warnow in Richtung Landesgrenze zu Mecklenburg gebaut werden kann. Doch auch da seien die Vorplanungen abgeschlossen.

In wenigen Wochen soll das eigentliche Baulos für die 16 Kilometer Autobahn des Abschnittes sieben vergeben werden. Ebenfalls in diesem Jahr wird mit den Umbauarbeiten am Schweriner Dreieck begonnen, das zum Autobahnkreuz umgebaut wird. Das wird zu einigen Umleitungen führen, weil der Verkehr über eine Sonderabfahrt bei Fahrbinde von der A 14 geholt und auf die B 106 umgeleitet wird. Zugleich wird die Komplettsanierung der B 106 von Schwerin bis zur Autobahn vorangetrieben. Der Bau der A 14 hinterlässt schon jetzt deutliche Spuren.

Hoffnung aufs große Bau-Los

Gut 148 Millionen Euro sind für den Bau des Verkehrsabschnittes 7 eingeplant. Der größte Brocken, die eigentliche Autobahntrasse, ist gut 50 Millionen Euro wert und soll in den kommenden Wochen vergeben werden. Um diesen Auftrag, das berichtete Thomas Taschenbrecker vom Schweriner Straßenbauamt, gäbe es schon im Vorfeld erhebliche Rangeleien. So ein Kampf sei ihm in seinem Berufsleben noch nicht vorgekommen. Allerdings sei es in Mecklenburg auch höchst selten, dass ein Auftrag in dieser Größenordnung vergeben werde. Etwas kleiner ist das Los für das künftige Autobahnkreuz Schwerin. Hier geht es um geplante Kosten von immerhin noch 26 Millionen, die auch 2013 vergeben werden sollen.

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