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Ludwigslust : „Uns Hüsung“ braucht weiter Hilfe

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Arbeitslosenzentrum freut sich über Hilfsbereitschaft der meisten Spender

von
erstellt am 16.Mai.2014 | 07:00 Uhr

Das Arbeitslosenzentrum „Uns Hüsung“ Am Schlachthof in Ludwigslust ist eine gute Adresse für alle, die sich für schmales Geld einrichten müssen. Schon seit zwölf Jahren ist das so. „Ich habe das Gefühl, dass der Bedarf gestiegen ist“, meint Renate Völckert, die Leiterin des Zentrums. Erklären kann sich die erfahrene Chefin das nicht. „Unerklärlicherweise hatten wir im März und April einen Ansturm von Anfragen“, schildert sie die Situation. Allerdings bedeutet der Engpass nicht, dass etwa Abstriche an den selbst gewählten Qualitätsstandards gemacht würden. Im „Uns Hüsung“ spielt die Würde der Kunden eine große Rolle. Auch wer nicht so viel Geld im Portmonee hat, soll hier Ware erwerben können, wie es sie in jedem guten Second-Hand-Shop gibt.

Ärgerlich macht es die Mitarbeiter des Hauses, wenn anonyme Mitbürger das Arbeitslosenzentrum als Entsorgungsmittel nutzen. Erst am letzten Wochenende seien wieder Sachen vor dem Haus abgestellt worden, die nur noch in die Kategorie Müll eingeordnet werden könnten, schildern Renate Völckert und Ramona Blöcker.

So etwas gelangt natürlich nicht auf den Ladentisch, vielmehr muss es das Arbeitslosenzentrum kostenpflichtig entsorgen – bei einem schmalen Budget auf Dauer eine echte Herausforderung. Und die Mittel fehlen dem sozialen Auftrag des Hauses. „Wir sind froh über jeden, der es gut meint, aber teilweise ist es eine Frechheit, was manche Mitbürger anderen Menschen anbieten wollen“, macht Renate Völckert ihrem Unmut Luft.

Zum Glück ist dieses Klientel von „Spendern“ in der Minderheit. 80 Prozent derer, die hier etwas zur Verfügung stellen, tun das verantwortungsbewusst und geben nur Dinge weiter, „für die man sich nicht schämen muss“, so die Leiterin des Arbeitslosenzentrums. Das gebe immer wieder Mut weiterzumachen. Gegenwärtig ist das Möbellager so gut wie leer, und auch Hausrat steuere auf einen Engpass zu.

Geholfen hat den Ludwigslustern, dass sie aus dem Nachlass eines ehemaligen Ferienlagers in Boltenhagen Einrichtungsgegenstände bekommen konnten. Die sind aber zum großen Teil schon wieder weiter gegeben. Nachvollziehbar, eignen sich doch Kleiderschrank und Schlafliege hervorragend für die Einrichtung beispielsweise eines Jugendzimmers.

Weitere Spenden werden also gebraucht. Möbel und Hausrat sind nötig. Inzwischen hat die Spendenbereitschaft auch einen Nebeneffekt: Mitbürger, die etwas ins Arbeitslosenzentrum bringen, nehmen sich auch Zeit zum Erzählen und zur Umschau in der Einrichtung.


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