Ludwigslust : „Uns Erwin“ grüßt am Straßenrand

Eine Info-Tafel mit Fotos erinnert an das Leben von Erwin Bernien. Berniens Sohn Jürgen, Bürgermeister Reinhard Mach und ein alter Weggefährte Reinhard Heißner weihten sie gestern ein.
Eine Info-Tafel mit Fotos erinnert an das Leben von Erwin Bernien. Berniens Sohn Jürgen, Bürgermeister Reinhard Mach und ein alter Weggefährte Reinhard Heißner weihten sie gestern ein.

Ehren-Tafel vor dem Sportforum erinnert an Techentiner Sportlehrer Erwin Bernien / Zur Einweihung gestern kam auch Sohn Jürgen

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14. Dezember 2017, 08:27 Uhr

Offen, freundlich, zugewandt. So kennen ihn die Ludwigsluster. Und so blickt Erwin Bernien auch auf dem Foto, das sein Sohn Jürgen für die Erinnerungstafel an der Techentiner Straße ausgewählt hatte. „Ja. Das war mein Vater, wie er leibte und lebte“, sagt Jürgen Bernien. Er war gestern extra aus Kiel angereist um dabei zu sein, wenn die Tafel vor dem Erwin-Bernien-Sportforum offiziell eingeweiht wird. Seit gut einem Jahr tragen Turnhalle und Sportplatz den Namen des einstigen Sportlehrers und Trainers. „Leider können heute die Jüngeren in Ludwigslust nicht viel mit dem Namen anfangen“, sagt Reinhard Heißner, ein alter Weggefährte Berniens. Deswegen sei es so wichtig gewesen, den Menschen kurz vorzustellen und auf diese Weise zu würdigen. Bernien, den viele einfach „Uns Erwin“ nannten, weil er fast nur platt sprach, war nicht nur selbst erfolgreicher Speerwerfer, Hochspringer, Geräteturner, Säbelfechter und Handballer. Er war vor allem ein Meister im Unterrichten und ein Meister im Umgang mit seinen Schülern. „Ich kenne keinen, der junge Menschen so für den Sport begeistern konnte wie er“, sagt sein Sohn Jürgen. Auch Berniens Schülerin Ursula Leubert erinnert sich gern zurück an ihren Lehrer, die vielen Trainingsstunden und die gemeinsame Freizeit, in der Erwin Bernien oft für schöne Überraschungen sorgte. „Er hat so viele Menschen hier positiv beeinflusst“, sagt sie. Zum Dank dafür veranstaltet die heute 83-Jährige mit anderen ehemaligen Bernienschülern jährlich im November das Erwin-Bernien-Gedächtnisturnen“.

Sport trieb Bernien noch bis ins hohe Alter . Er fuhr nie Auto. „Man sah ihn immer nur Fahrrad fahren“, erzählt Reinhard Heißner. „Auch hier. Auf der Techentiner Straße. Wenn „Uns Erwin“ gewusst hätte, dass genau an dieser Stelle einmal eine Tafel an ihn erinnern würde... Das hätte ihn bestimmt gefreut.“

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