Unmut über geräumten Schnee

Viel Arbeit mit dem Schnee hat derzeit Gemeindearbeiter Lothar Busch.
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Viel Arbeit mit dem Schnee hat derzeit Gemeindearbeiter Lothar Busch.

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28. Dezember 2010, 06:22 Uhr

Ludwigslust | Mit den neuerlichen Schneefällen in der Nacht zu gestern wurden die Winterdienste auf den Hauptverkehrsstraßen im Landkreis Ludwigslust fertig. Schneepflüge und Streusalz brachten den erwarteten Erfolg. Allerdings sorgten Räumdienste für Unmut bei Anwohnern entlang der Wegstrecken. Was die nämlich an Schnee mit Geduld und viel körperlicher Anstrengung von den Gehwegen in Richtung Fahrbahn räumten, schleuderten die Schneepflüge wieder zurück. Chaotische Zustände durch Schneemassen bestimmten besonders abseits der Bundesstraßen das Bild in den Gemeinden.

Über das Schneeräumen in seinem Heimatort regte sich der 80-jährige Karl Muth aus Groß Laasch ordentlich auf: "Nicht genug, dass ich mit meinen drei Bypässen für freie Gehwege sorge, schiebt mir die Gemeinde ganze Schneeberge vor die Tür." Auch Roland Krause kann dem Schneeräumen durch die Gemeinde wenige hundert Meter weiter nicht folgen. Damit überhaupt ein Vorankommen zustande komme, habe sein Nachbar zur Selbsthilfe gegriffen und räume mit eigenem schweren Gerät, bleibt der 50-jährige Kraftfahrer trotzdem gelassen. Für ihn gibt es so schnell kein Schneechaos. Er passe sich auch im Lkw unterwegs den Straßenverhältnissen an. Täglich bis zu 300 Kilometer fahre Wolfgang Mahncke von Neustadt-Glewe aus mit einem Kleintransporter für einen Zustellservice durch das Kreisgebiet. Wenn er derzeit auf den Bundesstraßen sicher und rasch vorankomme, so fahre die Angst vorm Festfahren im aufgetürmten Schnee in Ortschaften stets mit. "Da ist es immer gut, wenn mein Transporter voll mit Ladung ist", setzt der Zubringer auf Gewicht gegen die Tücken des Schnees.

Der viele Schnee garantiert hingegen Lothar Busch aus Leussow jede Menge bezahlte Arbeitsstunden. Der Gemeindearbeiter schippte auch gestern wieder viele Schubkarren mit der weißen Pracht voll, um den Schnee abseits der Gehwege abzukippen. Die Wege rund ums Haus und den Gehsteig davor, die blieben täglich vom Schnee befreit, ergab sich Mareen Aßmann aus Kummer den eiskalten Massen. "Etwas Angst habe ich schon auf der Fahrt zur Arbeit nach Wittenburg auf den glatten Straßen , doch toi, toi, toi...", gab die 31-jährige Hundeliebhaberin zu.

Mit immer wieder zugeschobenen Gehwegen vor seiner Haustür hat Rentner Manfred Tiede aus Neu Jabel I zu kämpfen. Da helfen nur Axt oder ein großer Hammer. Als normal, weil es eben Winter sei, empfand Michael Gosowski aus Polz den Schnee, den er eifrig räumte. Und auch die 62-jährige Gerda Tomahog aus Rüterberg fühlt sich mit ihrem kaukasischen Schäferhund pudelwohl im Schnee.

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