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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 07:44 Uhr

woosmer : Unkraut verdrängt Fußgänger

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wildwuchs von unbewohnten Grundstücken ärgert viele Menschen in Woosmer / Gemeinde schreibt Eigentümer an

von
erstellt am 01.Aug.2014 | 07:00 Uhr

Wer durch die Hauptstraße von Woosmer spaziert, kann einen sicheren Bürgersteig nutzen. Meistens jedenfalls. Doch hinter dem Haus Nr. 27 ist plötzlich Schluss. Vor dem unbebauten Nachbargrundstück haben riesige Krautbüschel den Weg fast komplett für sich erobert. Den Passanten bleibt nicht einmal mehr die Hälfte des ihnen eigentlich zugedachten Platzes.

„Mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator kommt man hier nicht vorbei, stattdessen müssen die Fußgänger auf die Straße. Das ist eine echte Gefahr“, sagt Annett Schwenk. Die Vorsitzende des örtlichen DRK-Ortsvereins hatte sich über den „Heißen Draht“ an unsere Redaktion gewandt. Im Winter sei es genauso gefährlich, weil bei Eis oder Schnee weder gestreut noch geräumt werde. „Entweder man stapft durch den Schnee oder muss auch dann auf die Straße“, erklärt Annett Schwenk, während ein Auto an ihr vorbeirauscht.

Viel besser sieht es auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite nicht aus. Allerlei Grünzeug überwuchert das ganze Grundstück oberschenkelhoch bis an das alte Haus heran. „In dem Gebäude befand sich zu DDR-Zeiten mal die Mütterberatungsstelle und später haben eine Frau und eine Familie darin gewohnt“, erinnert sich die Woosmeranerin. Jetzt stehe es aber schon seit Jahren leer. Vor diesem Grundstück gibt es allerdings keinen Bürgersteig, der überwuchert werden könnte.

Christel Drewes, Bürgermeisterin der Gemeinde Vielank, kann den Ärger der Anwohner sehr gut verstehen. „Wenn wir aber unsere Gemeindearbeiter die erforderlichen Arbeiten machen lassen würden, wäre das ungerecht den anderen Grundstücksbesitzern gegenüber, die ihren Pflichten selbst nachkommen“, sagt sie. So bleibe nur der Weg über den Eigentümer des betreffenden Grundstücks – und der kann langwierig sein. „Wir haben den Eigentümer über das Amt bereits angeschrieben und aufgefordert, den Wildwuchs zu beseitigen“, so die Bürgermeisterin. „Sollte er innerhalb der gesetzten Frist nicht reagieren, werden wir ihm ein weiteres Schreiben schicken, in dem wir eine Ersatzvornahme ankündigen.“ Bei einer Ersatzvornahme würde die Gemeinde für Ordnung und Sicherheit sorgen und die Kosten dafür dem Besitzer in Rechnung stellen. „Das haben wir auch in der Vergangenheit schon gemacht. Aber das ganze Procedere dauert seine Zeit.“ Würde die Gemeinde den Rechtsweg aber nicht einhalten, bestünde die Gefahr, dass sie auf den Kosten sitzen bleibt. Christel Drewes hofft, dass der Gehweg an der Hauptstraße spätestens bis Ende August wieder ganz frei ist.

Auch in anderen Ortsteilen gebe es vereinzelt ähnliche Probleme mit Unkraut, das von unbewohnten Grundstücken in den öffentlichen Verkehrsraum wuchert. Bei einem Grundstück in Laupin etwa müsse die Gemeinde schon seit Jahren immer wieder den Weg über Ersatzvornahmen gehen, so Drewes.

„Was die Eigentümer auf ihrem Grundstück machen, ist ihnen überlassen. Aber so etwas geht gar nicht“, sagt Annett Schwenk und weist noch einmal auf das wuchernde Grünzeug auf dem öffentlichen Fußweg. „Wir haben doch eine Straßenreinigungssatzung, die das regelt.“

Dass es anders geht, zeigt sich ein paar Meter weiter. Auch der Eigentümer des nächsten Nachbargrundstücks wohne nicht dort. Er komme aber regelmäßig vorbei, um Gras und Unkraut am und auf dem Fußweg zu beseitigen.

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