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Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 04:28 Uhr

Grabow : Ungar wagt Neustart in Grabow

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Tamas Udvari (25) wechselt vom Architekturfach in die Kfz-Branche und beginnt in Grabow Ausbildung zum Mechatroniker

von
erstellt am 15.Okt.2014 | 11:30 Uhr

Vom Architekturstudenten zum Kfz-Lehrling – Tamas Udvari will in Deutschland einen Neuanfang wagen. Der 25-Jährige kommt aus Ungarn, er gehört zu den 62 jungen Leuten, die über das Programm MobiPro der EU die Möglichkeit erhält, im Landkreis eine Ausbildung zu beginnen. Die GIB, Gesellschaft für innovative Beschäftigung, betreut diese Maßnahme. Das bundesweite Programm MobiPro-EU fördert auch in diesem Jahr wieder die Gewinnung junger Menschen aus Europa mit Interesse an einer betrieblichen Berufsausbildung in Deutschland. Die jungen Auszubildenden erhalten eine umfassende Begleitung von der Vorbereitung über die Durchführung bis zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildung.

Für Diana und Bernd Giemsch, die in ihrem Handwerksbetrieb auf eine lange Tradition in der Lehrlingsausbildung zurückblicken können, ist das auch Neuland. Denn unter den drei neuen Azubis, die in diesem Jahr ihre Lehre beginnen, ist mit Tamas erstmals ein junger Mann aus dem Ausland dabei. Zum Lehrlings-Trio gehören noch Dennis Carnitzki (26), der wie Tamas zum Kfz-Mechatroniker ausgebildet wird und dafür dreieinhalb Jahre Zeit hat, sowie Pascal Mokroß (17), der eine dreijährige Ausbildung zum Fahrzeuglackierer am Firmenstandort Ludwigslust absolvieren wird. Tamas ist seit Mitte September Azubi im Kfz-Betrieb Giemsch in Grabow.

„In Ungarn gibt es sehr wenig Arbeitsplätze, für mich bietet der Aufenthalt in Deutschland eine große Chance, in ein neues Leben zu starten“, so Tamas Udvari. Die Kfz-Branche ist für den Ungarn aber völliges Neuland, er kommt ohne Vorkenntnisse nach Grabow. „In Ungarn hatte ich angefangen, Architektur zu studieren. Ich habe das Studium aber nicht abgeschlossen, weil mir das Geld fehlte, um weiterzumachen“, so Tamas. Und das, obwohl er auch noch einen Nebenjob bei einer Fastfood-Kette angenommen hatte.

Der Start als Kfz-Azubi fiel ihm vor allem in der ersten Woche nicht leicht. „Mein Deutsch ist noch nicht gut genug, aber jeden Sonnabend nehme ich zusammen mit den anderen ausländischen Azubis aus Ungarn und Rumänien an einem Deutsch-Kurs teil, der über die GIB in Ludwigslust von 9 bis 14 Uhr stattfindet.“

Tamas hatte vor seinem Start bei der Firma Giemsch ein dreimonatiges Praktikum gemacht. „Nach dieser Zeit hätte er sich entscheiden können, wieder zurückzugehen. Im Sommer hat er in Ungarn noch erfolgreich seine Führerscheinprüfung bestanden. Am 18. September hat er dann seine Ausbildung bei uns aufgenommen“, sagt Bernd Giemsch.

Für Tamas ist natürlich die deutsche Sprache eine große Herausforderung. „In der Berufsschule in Hagenow wird natürlich alles in Deutsch vermittelt, schwer ist es für mich noch, wenn die Lehrer nur diktieren und nichts an die Tafel schreiben“, so der 25-Jährige, der aber in seinem Handy auf die Übersetzer-App zurückgreifen darf.

Aber der Deutsch-Kurs am Sonnabend bei der GIB wird nicht nur Tamas helfen, sich im Alltag und in der Berufsausbildung zurechtzufinden. Auch Diana Giemsch verspricht sich viel davon. „Denn es ist ja vor allem das Fachdeutsch in der Kfz-Branche, das Tamas beherrschen muss, will er seine Prüfungen später erfolgreich absolvieren.“

 

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