Ludwigslust : Unfallzahlen deutlich gesunken

Polizei gibt dennoch keine Entwarnung / Milde Witterung und weniger Wildunfälle wirkten sich aus

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24. April 2015, 07:00 Uhr

Zum ersten Mal seit Jahren ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis gesunken, und das überaus deutlich. Insgesamt waren es 596 Zusammenstöße weniger als im Vorjahr, das ist die Durchschnittsmenge eines Monats. Die in dieser Sache Buch führende Polizei sieht vor allem zwei Gründe dafür: Die milde Witterung im Jahresverlauf und die deutlich gesunkene Zahl an Wildunfällen. Es gab zwar immer 2487 Wildunfälle im vergangenen Jahr, doch das waren 316 weniger als noch 2013. Auch das hat mit der Witterung zu tun. In harten Wintern muss das Wild mehr unterwegs sein, um sich Futter zu besorgen.

Ungeachtet der guten Zahl gibt die Polizei insgesamt keine Entwarnung, was die Verkehrssituation im Landkreis betrifft. Dafür spricht allein schon die Zahl derVerkehrstoten. Die ist mit 26 im vergangenen Jahr nur minimal gesunken.

Bedenklich ist die nach wie vor sehr hohe Zahl an Verletzten, allein bei den Wildunfällen kamen 35 Menschen zu schaden. Meist durch hektische Ausweichmanöver. Tipp der Polizei: Im Fall der Fälle stark bremsen und direkt auf das Wild zufahren.

Nichts Neues gibt es bei den Unfallursachen: zu hohe Geschwindigkeit, Vorfahrtsfehler und seitliche Abstandsfehler bei engen Alleen rangieren ganz vorn. Als Beweis präsentierrte Polizeirat Wulf Nehls die Ergebnisse der jüngsten Messung von der Autobahnbaustelle am Kreuz Schwerin. Von 5300 Fahrzeugen, die dort in etwas mehr als sieben Stunden durchfuhren, waren 1200 bei erlaubt 80 km/h zu schnell. Bis zu 43 Autofahrer müssen wohl ihren Führerschein abgeben, der Spitzenreiter aus Hamburg jagte mit 152 Sachen durch die Baustelle. Logische Folge: Die Polizei wird an dieser Stelle zur Sicherheit der Bauleute weiter präsent sein.

Motorradfahrer gelten ja oft als Opfer bei Verkehrsunfällen, die Statistik des Vorjahres für den Kreis sagt etwas anderes. In der wurden 81 Kradfahrer als Verursacher von Unfällen, nur in weiteren 47 Fällen waren Motorradfahrer als Unschuldige an Unfällen beteiligt. Oft, nämlich in 37 Fällen, verletzten sich die Kradfahrer bei Stürzen nur sich selbst.

Zu den Strecken, die beim Unfallgeschehen seit Jahren immer wieder auffallen, gehören neben den Bundesstraßen auch einige wichtige Verbindungen auf dem Land. Dazu gehören die Straße zwischen Zarrentin und Schwerin, zwischen Brahlstorf, Vellahn und Wittenburg sowie zwischen Hagenow und Picher. Immer wieder im Fokus ist die als „Spiegelallee“ berüchtigte B 191 , zwischen Dömitz und Ludwigslust. Hier ist sich die Polizei sicher, dass nur bauliche Veränderungen helfen werden, die Lage zu entschärfen. Die Straße sei gerade für den Schwerverkehr einfach zu schmal.

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