Ludwigslust : Und plötzlich war die Leiter weg

Das Tor zuschließen reicht meist nicht: Die Einbrecher finden andere Wege, sagt Kleingartenvereinsvorsitzender Dietmar Fechner aus Ludwigslust.
Das Tor zuschließen reicht meist nicht: Die Einbrecher finden andere Wege, sagt Kleingartenvereinsvorsitzender Dietmar Fechner aus Ludwigslust.

Ludwigsluster Kleingärtner ärgern sich über Einbrüche – und vor allem den Vandalismus. Einige setzen auf Alarmanlage oder Kamera

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10. März 2018, 16:00 Uhr

In den Kleingartenanlagen des Landkreises Ludwigslust-Parchim sind immer wieder Diebe unterwegs. Sie nutzen die dunkle Jahreszeit für Beutezüge, schauen sich in den Gärten um. Was rät die Polizei? Wie können sich die Laubenbesitzer versichern? Was unternehmen Kleingärtner, um sich zu schützen? Wie geht der Verband damit um? Diesen Fragen gehen wir in unserer Wochenserie nach. Heute berichten Vorsitzende von Ludwigsluster Kleingartenvereinen von ihren Erfahrungen.

Dietmar Fechner muss nicht lange überlegen, wann Langfinger zuletzt in seiner Kleingartenanlage „Neue Heimat“ zugeschlagen haben. „Mir wurde gerade eine sechs Meter lange Alu-Leiter gestohlen“, erzählt der Ludwigsluster. „Rund 30 Jahre lang hatte sie dort am Schuppen gehangen. Jetzt ist sie weg.“ Alle zwei bis drei Tage geht Dietmar Fechner in seinen Garten nahe des Rennbahnweges. Eigentlich, um Vogelfutter nachzufüllen. Doch immer mal wieder muss er dann feststellen, dass etwas verschwunden ist. Eine Woche zuvor war es der Rost für den Betongrill. Auch seine Nachbarn bleiben von den Langfingern nicht verschont. „Abdeckfolie, Wassertonnen, Kanthölzer – alles Mögliche wird geklaut“, so Fechner. „Und im Frühjahr und Sommer auch Tomaten, Gurken und Zwiebeln von den Beeten oder Lebensmittel und Getränke aus den Gartenhäusern.“ Manche Jahre sei es relativ ruhig, im nächsten Jahr passiere wieder mehr.

Die Versuche, das eigene Hab und Gut zu schützen, bringen meist nicht viel. „Als wir das große Tor mit einer Kette gesichert haben, wurde sie mit einem Bolzenschneider durchtrennt“, erinnert sich Dietmar Fechner. Deshalb stiegen die Kleingärtner auf Schieberiegel mit Schloss um. „Da haben sie die Tore ausgehangen.“ Das verhindern jetzt Bolzen in den Scharnieren. „Dafür klettern sie nun über die Zäune.“ Als Fechner an seiner Laube Strahler mit Bewegungsmeldern installiert hatte, seien die Kabel gekappt worden. „Je mehr wir die Gärten verbarrikadieren, umso mehr geht auch kaputt“, betont der Rentner. „Es ist ärgerlich.“ Einige Kleingärtner haben inzwischen Alarmanlagen mit Sirene und Blinklicht oder Kameras installiert. „Das schreckt vielleicht ein bisschen ab, aber am Ende verschwinden die Einbrecher doch unerkannt in der Dunkelheit.“

Auch in der Kleingartenanlage „Heideblick“ ist es kaum anders. „Wir hatten schwere Einbrüche in den vergangenen Jahren“, sagt Vereinsvorsitzender Dieter Hutzfeld. „Die Einbrecher kommen von hinten, aus Richtung Storchennestflächen.“ Zumeist werden Lebensmittel und Handwerkszeug gestohlen. Aber das ist nicht das Schlimmste. „Das größte Problem ist der Vandalismus, der damit verbunden ist“, sagt Dieter Hutzfeld. „Einige lassen die Türen zu den Gartenhäusern schon auf, und trotzdem gehen die Einbrecher mit Kuhfuß ran und machen alles kaputt.“ Manch Kleingärtner habe eine Alarmanlage eingebaut, die den Alarm bei Auffälligkeiten auch auf das Handy des Besitzers überträgt. Derzeit ist es in Sachen Einbruch etwas ruhiger. „In der Nachbarschaft haben sich ein paar Betriebe angesiedelt, das macht etwas aus.“

Dietmar Fechner ärgert sich über die dreisten Eindringlinge. „Man baut Nistkästen, tut etwas für die Natur, erfreut sich daran, und dann kommen solche Idioten, klauen, zerstören und beschmieren alles.“ Eine neue große Leiter will er sich nicht kaufen. „Jetzt muss die kleine Leiter reichen.“

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