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Ludwigslust : Und plötzlich ändert sich das Leben

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Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Traditionelles Handicap-Sportfest am Ludwigsluster Goethe-Gymnasium. Elftklässler erfuhren, wie Aktivität auch mit Behinderung möglich ist

svz.de von
erstellt am 30.Apr.2016 | 16:00 Uhr

Isabel und Svea fahren mit ihren Rollstühlen eine Rampe hinauf und versuchen, eine Tür zu öffnen. Nach einigen Versuchen gelingt den beiden 17-jährigen Mädchen das auch. „Es ist gar nicht so leicht“, sagen beide. Und können sich jetzt einigermaßen in Menschen hinein versetzen, die aufgrund einer Behinderung (Handicap) auf den Rollstuhl angewiesen sind.

Isabel und Svea haben kein Handicap. Die beiden Schülerinnen nahmen jetzt am schon traditionellen Handicap-Sportfest am Ludwigsluster Goethe-Gymnasium teil – zusammen mit allen anderen Elftklässlern der Schule. „Ziel dieser Sportfeste ist es, mentale Barrieren abzubauen und unsere Schüler zu befähigen, sich in das Leben von Menschen mit Handicap hinein zu versetzen“, sagt Ramona Stein, Lehrerin und Kooperationsmanagerin am Gymnasium.

Mit dabei an diesem Tag war auch das Team „Die Aufklärer“ vom Verband für Behinderten- und Rehasport MV. Dessen Projektkoordinatorin Ulrike Nechels: „Wir wollen Schülern und Lehrern Möglichkeiten aufzeigen, wie man gemeinsam mit Menschen, die ein Handicap haben, Sport treiben kann.“ Dazu gehörte beispielsweise auch Sitzvolleyball. Projektkoordinator Nils Bandelin: „Sitzvolleyball entstand nach dem Zweiten Weltkrieg, um Kriegsversehrten die Möglichkeit zum Volleyballspielen zu geben. Heute ist diese Sportart olympisch.“ Und gar nicht so leicht. „Der Ball kommt über das Netz und man weiß, dass man nicht aufstehen darf, aber irgendwie an den Ball kommen muss“, sagt Svea.

Auch Anne (17) findet den Tag interessant. „Man wächst in der Gemeinschaft enger zusammen und merkt, dass es nicht einfach ist, auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein“, findet sie.

Erwähnte Barrieren zu überwinden – dazu trug an diesem Tag auch bei, dass die Gymnasiasten ihn gemeinsam mit Menschen verbringen konnten, die eine Behinderung haben.

Andrea Groß aus Bützow erlitt 2002 einen Schlaganfall. Von einem Tag auf den anderen änderte sich damals ihr Leben. Sie ist teilweise gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Als Folge des Schlaganfalls hat die heute Mittfünfzigerin eine Sprachstörung (Aphasie). „Soziale Kontakte werden so erschwert und es gibt Berührungsängste gerade auch seitens jüngerer Menschen“, sagte Andrea Groß. Anderen diese Ängste zu nehmen und sie aufzuklären, darin sieht die gelernte Versicherungskauffrau, die sich nicht aus dem sozialen Leben zurück zog, eine wichtige Aufgabe.

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