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Ludwigsluster Tageblatt

11. Dezember 2017 | 06:56 Uhr

Dömitz : Und die Stadt muss tatenlos zusehen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Bei verfallenen Gebäuden in Privatbesitz hat Verwaltung kaum Handhabe / Brandruine steht zur Versteigerung

svz.de von
erstellt am 12.Sep.2014 | 07:00 Uhr

Mit dem alten Amtsgericht ist ein Schandfleck und Gefahrenpunkt aus dem Dömitzer Stadtbild verschwunden. „Leider“, sagt Bürgermeister Helmut Bode mit Blick auf die bewegte Geschichte des Hauses. Es war in den 1880er-Jahren im Auftrag des Herzoglichen Justizministeriums errichtet worden – aus Reparationszahlungen, die Frankreich nach der Niederlage im deutsch-französischen Krieg leisten musste, so der Bürgermeister. „Doch nach der langen Zeit des Leerstandes war das Gebäude nun nicht mehr zu retten.“

Nur eine Mauer zum Sommerdeich hin ist vom Abrissbagger verschont geblieben. „Aus Sicherheitsgründen“, erklärt Helmut Bode. Der Höhenunterschied ist zu hoch. Die Fläche solle nun erst einmal begrünt und bepflanzt werden. Auch Bänke werden aufgestellt. „Das Grundstück ist und bleibt aber Bauland. Wenn sich ein Käufer findet, wäre es denkbar, dass dort wieder ein Haus entsteht“, so Helmut Bode.

Doch wenn der Bürgermeister aus dem Fenster seines Dienstzimmers im Rathaus blickt, weiß er, dass das Problem der Schandflecken in Dömitz noch nicht gelöst ist. An der Ecke Torstraße/Rathausplatz steht ein Fachwerkhaus, das durch einen Brand, Löschwasser und den langen Leerstand ebenfalls enorm in Mitleidenschaft gezogen wurde. „Es befindet sich aber in Privatbesitz. Und in diesen Fällen haben wir, solange die öffentliche Sicherheit gewährleistet ist, so gut wie keine Handhabe“, betont Helmut Bode. Der Landkreis musste aber schon einmal eingreifen, nahm Sicherungsmaßnahmen vor. Doch die Folie auf dem abgebrannten Dach erfüllt ihren Zweck nicht mehr. Manchmal rücken Bauhof oder Feuerwehr an, um loses Holz zu entfernen. Ende des Monats soll das Gebäude im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. Der Verkehrswert wird mit einem Euro angegeben. Das Haus selbst zu erwerben, ist für die Stadt Dömitz dennoch keine Option. „Es steht unter Denkmalschutz und müsste rekonstruiert werden“, so Helmut Bode. „Das können wir uns nicht leisten.“

In Dömitz gibt es allerdings noch eine Reihe anderer Schandflecke. Zu zwei Eigentümern hat der Bürgermeister bereits Kontakt aufgenommen, um mit ihnen gemeinsam zu klären, wie die Grundstücke be- und aufgeräumt werden können. Zumindest bei einer Baracke ist er zuversichtlich, dass man in absehbarer Zeit eine Lösung findet.

Doch es gibt auch Nachrichten aus der Altstadt, die Helmut Bode positiv stimmen. Für ein Gebäude am Rathausplatz seien für das kommende Jahr Städtebaufördermittel beantragt worden. „Es tut sich also auch noch was.“


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