zur Navigation springen

Illegale Müllentsorgungen : Umweltfrevlern das Handwerk legen

vom

Bei ihren Touren durch den Forst entdecken die Revierförster häufig "Hinterlassenschaften" unverbesserlicher Zeitgenossen, denen Begriffe wie Naturschutz und Umweltbewusstsein wahrscheinlich nie etwas bedeutet haben.

svz.de von
erstellt am 20.Apr.2012 | 12:00 Uhr

Ludwigslust/Wabel | Ein riesiger Haufen Bauschutt liegt inmitten eines Waldstückes im Revier Wabel. Revierförster Ulf Baumgart schüttelt den Kopf: "Hier hat wohl jemand sein Bad zu Hause neu gemacht und beim Umbau den anfallenden Gasbetonabfall einfach im Wald entsorgt. Leider ist diese Art von Umweltfrevel in allen Revieren des Forstamtes Ludwigslust jetzt immer häufiger festzustellen", so der Forstfachmann gestern Nachmittag bei einer Ortsbegehung mit der SVZ.

Bei ihren Touren durch den Forst entdecken die Revierförster die verschiedenen "Hinterlassenschaften" unverbesserlicher Zeitgenossen, denen Begriffe wie Naturschutz und Umweltbewusstsein wahrscheinlich nie etwas bedeutet haben. "Nicht selten finden wir auch gelbe Säcke oder Grünschnitt, auch letzterer hat im Wald nichts zu suchen, denn den kann man kostenlos abgeben", sagt Frank Mahler, im Forstamt zuständig für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Holzvermarktung.

Für die Entsorgung derartigen Unrats und Müll ist der Landkreis zuständig. "Ein Mann ist dann mit einem Transporter im Wald unterwegs und muss den ganzen Schrott und Unrat wieder einsammeln", so Frank Mahler. Die Entsorgung der wilden Müllkippen wird dann auf die Gebührenzahler im Landkreis umgelegt.

Ausgebrannten VW T4 aus dem Wald geräumt

Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Umweltsünder, bemerkt Ulf Baumgart im SVZ-Gespräch. "Mit dem Frühjahrsputz in Haus und Hof kommt vielen in den Sinn, ihren Müll einfach illegal in Wald und Flur abzuladen. Nach 1992 war das besonders festzustellen, von alten Batterien bis hin zu ganzen Autowracks kam da allerlei an Müll zum Vorschein. In den vergangenen Jahren ist das aber zum Glück weniger geworden", ergänzt Ulf Baumgart. Jüngst wurde sogar ein alter ausgebrannter VW T 4 von einer Entsorgungsfirma aus dem Wald geschleppt; auch ein Alfa Romeo, dessen Halter in Minsk gemeldet gewesen sein soll, ist inzwischen aus dem Forst weggeräumt worden. Immer wieder stoßen die Forstleute bei ihren Rundgängen durch die Reviere auf Wellasbest, alte Farbeimer, verschiedene Arten von Sondermüll. "Obwohl wir täglich draußen sind und uns genau in den Revieren umsehen, kommen wir aber dennoch nicht in jede Ecke. An dieser Stelle bitten wir alle Waldbesucher und Spaziergänger, die Augen offen zu halten. Sich von verdächtigen Fahrzeugen die Kennzeichen zu notieren und Leute, die dabei beobachtet werden, etwas Verbotenes im Wald zu tun, sofort beim Forstamt in Kremmin zu melden. Dann informieren wir die Polizei, die alles weitere veranlasst", erklärt Frank Mahler. Leider ist es relativ unwahrscheinlich, einen der größeren Umweltsünder auf frischer Tat zu ertappen.

Erwischte Täter werden oft auch noch handgreiflich

"Und wenn man dann wirklich mal jemanden erwischt, der zum Beispiel Schlaglöcher auf Waldstraßen ausbessern möchte, was zudem natürlich gar nicht gestattet ist, dann werden diese Leute aufgrund mangelnden Umweltbewusstseins auch noch handgreiflich", bringt es Frank Mahler auf den Punkt, der selbst schon einmal in der Situation war und von einem illegalen Müllentsorger im Wald fast umgefahren worden wäre.

An dieser Stelle sei ganz klar gesagt: Wird jemand bei einer illegalen Müllentsorgung in den Wäldern ertappt, der muss mit einer Anzeige und strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Empfindliche Geldstrafen in Höhe von mehreren tausend Euro können da nach Auslegung der Paragrafen des Waldgesetzes schon ausgeprochen werden.

Diesen Leuten das Handwerk zu legen, ist aus Sicht von Frank Mahler ein gesamtgesellschaftliches Problem, bei dessen Bewältigung alle mit tätig werden müssen. Den Wald als Wirtschaft- und Kulturgut, als Klimafaktor und Erholungsort für aktuelle und kommende Generationen zu erhalten, das geht alle an. "So ist beispielsweise auch das Befahren der Wälder mit Motorrädern und Crossmaschinen untersagt. Da gibt es richtige Trips. Und es ist schwer, diese Leute zu erwischen. Selbst wenn wir sie im Fernglas erspähen, sind sie mit ihren Maschinen schnellstens verschwunden. Es ist schlicht unmöglich, ihnen zu folgen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen