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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 01:17 Uhr

Grabow : Umstrittenes Kunstwerk steht

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Skulptur eines umgedrehten Fachwerkhauses wurde am Ortseingang Grabow aufgestellt

von
erstellt am 06.Okt.2017 | 08:00 Uhr

„Nun wurde es aufgestellt, ein neues Wahrzeichen, eine sieben Meter hohe Skulptur am Ortseingang von Grabow“, heißt es in einem Beitrag vom 2. Oktober auf der Homepage grabow-erinnerungen.de, die von Dr. Uwe Sonnemann betreut wird.

Aufgestellt hat es der Künstler Reinhard Buch am Montag, dem 2. Oktober. Die Stadt, so Bürgermeister Stefan Sternberg, war darüber aber gar nicht informiert. Die offizielle Übergabe der Skulptur sollte erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Aber nun steht sie da, die Skulptur, und seit Monaten hat dieses Vorhaben die Gemüter in Grabow erregt.

„Nun ist es aufgestellt, in voller Größe, massiv aus Stahl, gelb angestrichen, von weitem aus allen Richtungen gut erkennbar. Besucher der Stadt Grabow müssen knobeln, was es bedeuten soll. Da müssen sie wohl scharf hinsehen, um Tradition, Innovation, Tanz und Spiel sowie das ganze Spektrum einer lebendigen Stadt an dieser Skulptur zu erkennen. Wer hieran ein auf den Kopf gestelltes Fachwerkhaus erkennt, hat gewiss eine blühende Fantasie. Die spontanen Äußerungen vieler Grabower auf Facebook zeigen das Unverständnis für dieses Kunstwerk“, lässt sich auf der Seite grabow-erinnerungen vom 2. Oktober weiter lesen.

Auf Facebook schreibt zum Beispiel Jens Drefin: „Leider sehe ich die ,Kunst’ nicht passend für unsere bunte Stadt! Klar soll es unsere Fachwerkhäuser widerspiegeln. Aber es tut mir leid, ich finde es nicht schön, wie viele andere, und unnütz somit...“ Ähnlich sieht es Josi Bielefeld: „Wieso muss man für sowas Geld ausgeben. Es passt nicht zur Stadt.“ David Wormuth äußert sich wie folgt: „Da hätten die mal lieber einen Schaumkuss als Wahrzeichen nehmen sollen. Der wäre wenigstens angemessen gewesen.“

Anke Rost schreibt: „ Mir persönlich gefällt das leider gar nicht und die Vorbeifahrenden können damit eh nichts anfangen. Schade...“. Thomas Kort meint: „Das ist brotlose Kunst!“ Und Rebecca Kloske schreibt dazu auf Facebook: „Mega hässlich und Geldverschwendung hoch zehn, geht gar nicht.“

Das sind nur einige der zahlreichen kritischen Beiträge zu diesem Kunstwerk auf Facebook, positives Feedback gab es leider bislang nicht. Kunst als Streitobjekt eben. Grabows Bürgermeister Stefan Sternberg will noch einmal klarstellen, dass es sich hier nicht um ein neues Wahrzeichen handele. „Es ist eine Skulptur, die für den Gewerbepark, für den Gewerbestandort Grabow steht, nach dem Motto Alt trifft Neu. Die Skulptur soll die Verbindung vom Fachwerk mit der Moderne darstellen, das Moderne ist der Baustoff, das Industriedesign. Und es soll zum Ausdruck bringen, dass in der heutigen Zeit auch mal ein Fachwerkhaus auf dem Kopf stehen kann und trotzdem hält.“ Diana Ottoberg von der Wirtschaftsförderung der Stadt ergänzt: „Mit der Aufmerksamkeit für die Skulptur haben wir dann doch etwas erreicht. Die Leute sehen, da ist was passiert und diskutieren darüber. Wir wollen die Leute neugierig machen und so auch für unsere Stadt werben. Kunst polarisiert halt, und das ist auch so gewollt. Es ist nun einmal so, dass sie dem einen gefällt und dem anderen nicht.“

Das sieht auch der Bürgermeister so: „Wir wollten gerade etwas finden, was nicht so Werbung für Grabow macht, also z.B. keinen Schaumkuss. Wir wollten einen neuen Weg gehen“, so Stefan Sternberg, der anfügt, dass das Geld für dieses Vorhaben aus der Projektförderung Grabow 2020 kommt.

Die Skulptur ist aber noch nicht ganz fertig, sie erhält unten noch eine Kuppel und es wird ein Beleuchtungskonzept geben. Und eigentlich sollte die Skulptur ja rot angestrichen werden, aber Bürgermeister Stefan Sternberg erklärt, warum es letztlich gelb geworden ist. „Rot ging deshalb nicht, weil der neue Penny-Markt ein roter Komplex ist. Eine rote Skulptur würde da nicht wirken. Die Farbe Gelb, die gewählt wurde, steht für die Sonne aus unserem Amtslogo. Das soll zeigen, dass unsere Region hell, freundlich und einladend ist.“

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