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Boizenburger Fliesenwerker investieren eine Million Euro : Umsatzplus geht in die Produktion

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Die Boizenburg Fliesen GmbH hat drei neue Maschinen gekauft. Kostenpunkt: Rund eine Million Euro. Damit bleibt das Unternehmen auf Erfolgskurs - und hat das dreieinhalb Jahre andauernde Insolvenzverfahren überstanden.

svz.de von
erstellt am 19.Dez.2012 | 07:25 Uhr

Boizenburg | Sie ist rund 40 Meter lang, sortiert und verpackt, ohne beschriftete Kartons zu benötigen. Als "Futter" genügen Fliesen in den Formaten von 20 mal 30 bis hin zu 60 mal 120 Zentimeter, weiße Kartonage und die Informationen was, wie zusammen gehört und aussehen soll. Das funktioniert ausgezeichnet, bestätigt der Produktionsleiter Rainer Beyer dem Geschäftsführer Ingo Pürschel. Rund 600 000 Euro investierte die Boizenburg Fliesen GmbH in diese Linie aus Italien, die übrigens bei Fliesenherstellern deutschlandweit in der Elbestadt erstmals zum Einsatz kommt.

Die Boizenburger sind stolz auf ihren Kauf. Das Geld sei gut angelegt und zahle sich bereits aus. Sortieren und Verpacken gehen jetzt wesentlich effizienter über die Bühne. Die Fliesenwerker sparen Zeit und brauchen nicht mehr zig verschiedene Kartons zu kaufen. Seit einigen Monaten gibt es im Werk zudem neue Drucktechnik und ein modernes Regalbediengerät für die Logistik im Hochregallager.

Damit ist alles in allem etwa eine Million Euro in den Traditionsbetrieb in der Bahnhofsvorstadt geflossen. Die Fliesenfabrik bleibt so auf ihrem erfolgreichen Kurs, den sie Anfang diesen Jahres mit dem bekannten Logo, dem Kopf des griechischen Gottes Hermes, eingeschlagen hat. Saniert überstand sie das dreieinhalb Jahre andauernde Insolvenzverfahren.

Seither lenken und leiten Jürgen Hoclas und Ingo Pürschel als geschäftsführende Gesellschafter die Geschicke des Unternehmens. Beide bauen auf größere Formate in hoher Qualität und sprechen rückblickend unisono von einem gelungenen Start. 20 mal 25 Zentimeter war früher das gängige Format für Wandfliesen, heute erreichen diese Ausmaße von bis zu 30 mal 90 Zentimetern, die Bodenfliese wuchs von 15 mal 15 auf bis zu 60 mal 60 Zentimeter.

Die Kundschaft erweist sich als dankbare Abnehmer. Das Geschäft läuft nicht nur in den deutschen Fachmärkten, sondern auch im Export. Die Boizenburger liefern aktuell ihre Erzeugnisse u.a. in die Beneluxländer und in die Schweiz sowie nach Österreich und Skandinavien.

Es waren etwas mehr als im zu Ende gehende Jahr. Am Ende der ersten zwölf Monate von Jürgen Hoclas und Ingo Pürschel an der Führungsspitze des Werkes werden 250 Frauen und Männer im Drei-Schicht-Betrieb rund 3,5 Millionen Quadratmeter Wand- und Bodenfliesen produziert haben. Beim Umsatz verzeichnet Ingo Pürschel ein, wie er sagt, leichtes Plus von 25 auf knapp 26 Millionen Euro. Das beträgt fast eine Million, die komplett in die Produktion gesteckt wurde.

Die Geschäftsführung will nicht nur den Maschinenpark modernisieren, sondern auch die Belegschaft verjüngen. Es geht um den Nachwuchs von Fachkräften. Wir wollen seit fünf Jahren erstmals wieder ausbilden, erklärt Ingo Pürschel. Im Angebot sind Ausbildungsplätze für Elektroniker und Industriekauffrauen oder -männer sowie Industriemechaniker und -keramiker.

Ansonsten schauen die Fliesenwerker voll gespannter Vorfreude auf den Beginn des neuen Jahres. Es ist ein besonderes in der Geschichte der Boizenburger Fliese. Die wird 110.

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