Autokennzeichen ausgetauscht : Übler Scherz endet mit Strafverfahren

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Vor Richter und Staatsanwalt kann ein bislang einmaliges Delikt führen, das, nach allen bisherigen Erkenntnissen, die die beschuldigten zwei jungen Frauen aus Neustadt-Glewe wohl nicht zu verantworten haben.

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11. Mai 2012, 09:25 Uhr

Ludwigslust | Vor Richter und Staatsanwalt kann ein bislang bei der Kriminalpolizei Ludwigslust einmalig vorgekommenes Delikt führen, das, nach allen bisherigen Erkenntnissen, die die beschuldigten zwei jungen Frauen aus Neustadt-Glewe wohl nicht zu verantworten haben. Kriminalhauptkommissar (KHK) Torsten Paetow und seine Kollegen ermitteln seit vergangenem Sonntag wegen Kennzeichenmissbrauch - bislang gegen Unbekannt. Fakt ist jedoch, dass es sich um eine Straftat handelt, die eine Geldstrafe fordert und sogar mit Gefängnis bis zu einem Jahr geahndet werden kann.

Nach den Schilderungen von KHK Torsten Paetow dürfte es sich im Falle der beiden Neustädterinnen um einen üblen Streich des noch nicht ermittelten Scherzboldes handeln. "Diese Handlungsweise ergibt sonst eigentlich überhaupt keinen Sinn", schüttelt der erfahrene Kripomann über das Geschehene den Kopf. Und das war passiert: Die beiden 24-jährigen Frauen besuchten vergangenen Sonnabend eine Feier in der Brauereistraße in Neustadt-Glewe, wie den Beamten zu Protokoll gegeben wurde. Sie waren mit ihren Autos gekommen und hatten vor dem Veranstaltungsort nebeneinander geparkt. Persönlich kannte man sich, feierte also auch in geselliger Runde und fuhr irgendwann unbekümmert von der Feier nach Hause.

Die beiden Frauen blieben über das, was sich an ihren Parkplätzen abgespielt hatte, bis zum darauf folgenden Sonntag ahnungslos. Erst der Nachbar einer der beiden nun Leidtragenden brachte den so genannten Stein ins Rollen. Ihm fiel nämlich auf, dass an dem Opel seiner Nachbarin zwei unterschiedliche Kennzeichen befestigt waren; das vordere nach seiner Kenntnis nicht zu dem Pkw gehörte. Das tat er seiner Nachbarin kund. Der verschlug es die Sprache und sie ging schnurstracks zur Polizei. Es kam zur Anzeige, die Kripo wurde eingeschaltet und die Ermittlungen liefen an. Die Eigentümerin des vorderen Kennzeichens war schnell gefunden: Die gleichaltrige Bekannte aus Neustadt. Die war bis dahin allerdings ebenso ahnungslos, wie ihre Bekannte noch vor wenigen Stunden. Und was die angerückten Beamten bereits vermuteten, wurde Gewissheit: Das fehlende Autokennzeichen des Opels prangte im Kennzeichenhalter der Bekannten. Doch auch diese Frau hatte sich wegen Kennzeichenmissbrauch schuldig gemacht.

"Unwissenheit schützt vor Strafe nicht", meint KHK Paetow auch in diesem Fall. Doch es schwingt eine gute Portion Vertrauen in den Angaben der Frauen mit. "Wir ermitteln derzeit mit allen Möglichkeiten; dazu gehören auch die Sicherung von Fingerabdrücken an den Kennzeichen und DNA-Proben. Auch dürfte das Auswechseln der Kennzeichenschilder einige Zeit gedauert haben. Vielleicht wurde der oder die Täter beobachtet. Hinweise werden telefonisch vertraulich unter: 0 38 74 - 41 10 entgegen genommen."

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