Neustadt-Glewe : Überraschung unter dem Putz

Pastorin Silke Draeger vermutet, dass die Schwarzfärbung der Mauersteine vom Stadtbrand 1728 stammen könnten. Fotos: muen
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Pastorin Silke Draeger vermutet, dass die Schwarzfärbung der Mauersteine vom Stadtbrand 1728 stammen könnten. Fotos: muen

Innensanierung der Stadtkirche zu Neustadt-Glewe hat begonnen. Schwarze Mauersteine geben Rätsel auf.

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06. Februar 2018, 09:00 Uhr

Überall Gerüste, Planen und abgeschlagener Putz: In der Stadtkirche zu Neustadt-Glewe erinnert derzeit wenig an ein Gotteshaus. Worüber Pastorin Silke Draeger allerdings nicht unglücklich ist. „Unsere Kirche wird nun auch innen verschönert.“

In diesen Tagen begann die Sanierung des Gotteshauses. Und dabei gab es gleich eine seltsame Entdeckung: An mehreren Stellen kamen schwarze Mauersteine zum Vorschein. Maik Wulff von der M-O-L Tischler- und Bau GmbH Bülower Burg bei Güstrow berichtet: „Als wir neben dem Altar den Putz abgeklopft hatten, fanden wir dort schwarze Mauersteine vor. Das ist recht ungewöhnlich.“

Eine mögliche Erklärung für das Phänomen hat Pastorin Draeger parat: „Vielleicht handelt es sich um Rückstände des großen Stadtbrandes von 1728, der auch die Kirche erfasste. Demnach war die Innenwand vermutlich zumindest in diesem Bereich nicht verputzt und die Flammen schlugen auf das Mauerwerk.“

Egal wie, jetzt kommt der Putz ab. Bisher ist das Mauerwerk dahinter zwar teilweise feucht, allerdings wohl nicht schwerwiegend vom Schwamm befallen. Sehr zur Erleichterung von Pastorin Silke Draeger, die sich noch gut an die Dachsanierung in den vergangenen Jahren erinnert: „Das Dachgebälk war zum Teil stark vom Schwamm betroffen.“

In den kommenden Wochen nun wird das Innere der Kirche umfassend saniert. Der Putz kommt ab und darunter liegende Schadstellen werden beseitigt. Das betrifft vor allem auch das Tonnengewölbe, das während der Dachsanierung durch Gerüste gestützt wurde, was wiederum zu Schäden geführt hatte. Danach erhalten Gewölbe und Wände einen komplett neuen Anstrich. „Die Elektrik ist ziemlich alt und wird erneuert“, sagt Silke Dreager. Moderne LED-Leuchten werden künftig für angenehmes Licht sorgen. Speziell die Orgel soll dann angestrahlt werden. „Zwar hängt vieles von der Witterung ab und auch davon, wie gravierend die Schäden sind, aber wir hoffen, dass wir zu Pfingsten in unserer Kirche die Konfirmation feiern können“, hofft Pastorin Silke Draeger.

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