Stuck bei Eldena : Über Stock und Stein

Schülerin Maria und ihre Stute Habibti aus Berlin ruhen sich im Schatten für die nächste Strecke aus.  Fotos: Schulze (2)
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Schülerin Maria und ihre Stute Habibti aus Berlin ruhen sich im Schatten für die nächste Strecke aus. Fotos: Schulze (2)

Jährliches Distanzreiten in Stuck bei Eldena als Erlebnis für Reiter und Pferde

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28. Mai 2017, 20:30 Uhr

Distanzen bis zu 121 Kilometer, Temperaturen bis zu 28 Grad, Ritte über Wiesen, Felder und durch Wälder – das erwartete die knapp 100 Reiter des jährlichen Distanzreiten „Stuck-Distanz“, welches seit 14 Jahren von der pferdebegeisterten Familie Angelbeck ausgerichtet wird.

„Hast du Puls?“ – so begrüßt Tierärztin Stefanie Witte aus Hagenow alle Reiter, die auf einer Wiese kurz vor Eldena in die Pause kommen. Sie und drei weitere Tierärzte kontrollieren in den insgesamt vier Pausen am Sonnabend, ob alle Pferde noch fit genug sind, um weiterzureiten. Bei der „Stuck-Distanz“ können die Reiter zwischen Strecken von 40, 62, 82 und 121 Kilometern wählen.

An der ersten Station wird der Puls der Pferde gemessen. Liegt dieser bei 64 Schlägen pro Minute, oder darunter, dürfen die Pferde direkt weiter zu den Tierärzten. Ist der Puls höher, wird den Pferden noch eine kleine Pause gegönnt und dann später erneut gemessen. „Anschließend überprüfen wir das Gangwerk, die Muskulatur, die Schleimhäute und den Sitz des Sattels“, erklärt Stefanie Witte. Wer diesen Test nicht besteht, darf nicht weiter an dem Distanzritt teilnehmen. „Das Verletzungsrisiko ist dann zu hoch und das wollen weder wir noch die Reiter eingehen“, erklärt die Tierärztin weiter. Am Sonnabendvormittag ist bereits ein Reiter freiwillig ausgeschieden, da der Gang des Pferdes nicht mehr optimal war.

Die achtjährige Stute Habibti von Schülerin Maria Hanssen aus Berlin hat den Puls-Check und die Überprüfung des Gangs sofort bestanden. „Jetzt ruhen wir uns im Schatten aus, trinken und essen etwas“, erklärt die 13-jährige Schülerin, die an diesem Tag die jüngste Teilnehmerin ist. Nach 40 Minuten ist die Pause vorbei, dann machen sich die Beiden wieder auf den Weg, um die insgesamt 82 Kilometer lange Strecke zu meistern. „Bisher läuft alles super, wir traben mit durchschnittlich 15 Kilometern pro Stunde. Auch die Strecke ist gut und übersichtlich ausgeschildert, das ist nicht selbstverständlich“, sagt Maria.

Die Schülerin nimmt seit drei Jahren an Distanzritten teil und nutzt die „Stuck-Distanz“ als Trainingseinheit für die Vorbereitung auf die Jugend-Landesmeisterschaft. Immer mit dabei Trosserin Gabi Mewes, die Maria seit vielen Jahren begleitet. „Ich bin hier, um mich um die Beiden zu kümmern, sie zu versorgen und gegebenenfalls auch zu beruhigen.“ Viele Reiter haben einen Trosser dabei, die in den Pausen in Eldena, Dadow, Polz und Bockup schon mit Verpflegung und Unterstützung auf die Teams warten.

Organisatorin Wiebke Angelbeck ist selbst als Distanzreiterin aktiv, schickt ihr eigenes Pferd an diesem Wochenende aber mit einer Freundin an den Start. „Es gibt viel zu organisieren und deshalb kann ich nicht mitreiten. Ich bereite mit meiner Schwester Vivien alles vor, damit das hier ein tolles Erlebnis für die Reiter und ihre Pferde wird.“ Nach einem kurzen Halt in Eldena macht sie sich mit einem Wasseranhänger auf den Weg nach Polz, um dort die ankommenden Reiter in der nächsten Pause mit dem kühlen Nass zu empfangen.

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