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Ludwigsluster Tageblatt

12. Dezember 2017 | 11:31 Uhr

Ludwigslust : Üben hier künftige Schmiede?

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kunstschmied Henry Franck aus Neustadt-Glewe nimmt an Projektwoche in Ludwigsluster Edith-Stein-Schule teil

Jannis tritt kräftig auf das Pedal. Der 9-Jährige erzeugt so einen Luftzug, der das Feuer im Schmiedeofen entfacht. In der Ludwigsluster Edith-Stein-Schule wird dieser Tage fleißig geschmiedet – und nicht nur das.

Schulleiterin Marion Löning: „Traditionell findet in der letzten Woche vor den Sommerferien unsere Projektwoche statt, dieses Mal zum Thema ,Handwerk’“. 150 Schüler können unter 23 Angeboten auswählen, darunter Stricken (Handytaschen, Geldbörsen), Tischlerei (Schwedenstühle), Flechten (Körbchen und Untersetzer), Nähen (Körnerkissen) oder eben auch Schmieden. Für Letzteres konnte die Schule Schmiedemeister Henry Franck aus Neustadt-Glewe gewinnen. „Wir hatten in der SVZ einen Beitrag über Herrn Franck gelesen und ihn gefragt, ob er an unserer Projektwoche teilnimmt“, sagt Marion Löning.

Und so schmiedet Henry Franck in dieser Woche mit den Kindern. „Obwohl sie alle das erste Mal am Schmiedefeuer stehen, machen sie ihre Sache richtig gut und haben Spaß“, findet der Kunstschmied. „Manche besitzen schon tolle handwerkliche Fähigkeiten, so wie zum Beispiel Jannis.“ Der Junge arbeitet gerade an einem Zierstab. Zunächst legt er ein paar Schippen Holzkohle in den Schmiedeofen, eine schon über 100 Jahre alte Feldschmiede, die einst den Reitern diente. Bei einer Temperatur von 800 bis 1000 Grad legt Jannis einen Eisenstab ins Feuer – so lange, bis das Eisen leicht verformbar ist. Anschließend legt der 9-Jährige den Stab auf einen Amboss und schlägt mit dem Schmiedehammer auf das Eisen, bis es die gewünschte Form annimmt. Akribisch meißelt Jannis danach verschiedene Muster in den Stab und säubert ihn dann mit einer Drahtbürste. Zum Schluss bearbeitet er das Stück mit einer Feile. „Dadurch bleibt das Eisen in den Einkerbungen dunkel und an der Oberfläche glänzt es metallisch“, verrät der kleine Handwerker. Natürlich musste der Eisenstab noch ins Wasser zum Abkühlen. „Ich werde ihn mit nach Hause nehmen und auf meinen Schreibtisch legen“, verkündet er stolz.

Auch Paul und Ole, beide 11 Jahre, haben sich Zierstäbe geschmiedet, die u. a. im Garten in den Boden gesteckt werden können, wo sich Blumen daran in die Höhe ranken können „Ich schenke ihn wahrscheinlich meiner Mutter“, meint der 11-jährige Paul. „Es war manchmal schwer. Aber wenn man dann sieht, dass sich anstrengende Arbeit lohnt, macht das großen Spaß.“

Auch Kumpel Ole findet: „Das hat ganz doll Spaß gemacht.“ Stolz zeigt er noch zwei Dosen mit dem Schulwappen, die ebenfalls hergestellt wurden.

Übrigens hat beim Schmieden auch ein Mädchen mitgemacht: Zoe (9). Ihre Mutti Sabine Keck, Horterzieherin an der Schule: „Zoe ist so begeistert, dass sie mit Papa nun eine Schmiede bauen will.“

Am heutigen Donnerstag gibt es an der Edith-Stein-Schule ab 17 Uhr ein Sommerfest mit Handwerkermarkt. Alle Interessenten sind eingeladen, die von den Kindern hergestellte Produkte zu bewundern und zu kaufen, darunter auch die Schmiedearbeiten.

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