Ludwigslust : Tunnel-Projekt-Prüfung noch offen

<fettakgl>Über eine Eisenbahnquerung</fettakgl> im Bereich des Bahnhofs Ludwigslust wird von  seit vielen Jahren  diskutiert. <foto>Foto: Mick</foto>
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Über eine Eisenbahnquerung im Bereich des Bahnhofs Ludwigslust wird von seit vielen Jahren diskutiert. Foto: Mick

Das Thema Eisenbahnquerung im Bereich des Bahnhofes Ludwigslust hat schon seit Jahren Politiker beschäftigt. Die Debatte um einen Tunnel zieht sich hin. Es gab eine Menge Gespräche, ohne dass die Sache vorankam.

svz.de von
13. Juli 2012, 05:54 Uhr

Ludwigslust | Das Thema Eisenbahnquerung im Bereich des Bahnhofes Ludwigslust und der Abschluss einer Kreuzungsvereinbarung hat schon seit Jahrzehnten ganze Politikergenerationen beschäftigt und eine lange Reihe von Aktenordnern gefüllt. Seit den 90er Jahren fanden dazu auf Landes- und kommunalpolitischer Ebene eine Vielzahl von Gesprächen statt, gab es immer wieder Treffen und Zusammenkünfte, Vor-Ort-Termine, ohne in der Sache wirklich voranzukommen. "Die Debatte über den Tunnel zieht sich nun schon über Jahre hin, es muss nun endlich etwas passieren", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Hacker im Gespräch mit der SVZ bei einem Treffen in seinem Ludwigsluster Büro am Alexandrinenplatz.

DB unterstützt Vorhaben für Barrierefreiheit im Bahnhof

In die Diskussion um das Thema Bahnquerung wurde auch immer wieder die Frage der Barrierefreiheit des Bahnhofes angesprochen. Es gibt nach Aussage des Verkehrspolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion ein etwa drei Jahre altes Programm der Bahn zur Barrierefreiheit, in das alle Bahnhöfe mit mehr als 1000 Umsteigern aufgenommen werden können. "Ludwigslust ist in diesem Programm mit drin, Bürgermeister Reinhard Mach hat sich in der Vergangenheit sehr um die Pendlerproblematik bemüht." Dazu gab es auch 2009 einen Vor-Ort-Termin, wo sich die Deutsche Bahn AG bereit erklärt hatte, Barrierefreiheit im Bahnhof Ludwigslust herzustellen.

Was nun das Projekt einer möglichen Eisenbahnquerung durch einen Tunnelbau betrifft, so gab es im Mai dieses Jahres im Berliner Büro von MdB Hacker ein Gespräch mit Cornelia Pätzold, Leiterin der Außenstelle des Eisenbahnbundesamtes (EBA) Hamburg-Schwerin, Winfried Müller vom Bundesministerium für Verkehr, Dr. Ing. Joachim Trettin, Konzernbevollmächtigter DB AG für Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, und Frank Haberlandt, Leiter Produktionsplanung und -steuerung von der DB Netz AG Schwerin. Bei diesem Termin wurden die Entscheidungen bezüglich der Auflassung des Bahnübergangs Ludwigslust im Zuge der Bahnstrecke Hamburg-Berlin besprochen. Hierbei haben die Vertreter des Bundesverkehrsministeriums auf die Gespräche mit der Stadt Ludwigslust in der Vergangenheit, so u.a. vom Februar 2011, verwiesen. "Was nun für die Stadt wichtig ist: Seitens des Bundesministeriums wird der Abschluss einer Kreuzungsvereinbarung zwischen den gemäß Eisenbahnkreuzungsgesetz Verantwortlichen als möglich bewertet", sagte MdB Hacker. "Eine ergebnisoffene Prüfung des Entwurfs einer Kreuzungsvereinbarung setzt voraus, dass die Stadt Ludwigslust ein Verkehrskonzept erstellt, bei dem das Thema Eisenbahnquerung im Bereich des Bahnhofs speziell untersucht wird", ergänzte Hans-Joachim Hacker. Sofern möglich, sollte ein Vergleich zwischen der Verkehrssituation im Jahre 1996 vor der Auflassung der niveaugleichen Bahnquerung mit der heutigen Situation und der Prognoseentwicklung angestellt werden.

Wesentlicher Punkt im Konzept wird Pendlersituation sein

Inzwischen hat die Stadtvertretung der Erarbeitung eines Verkehrskonzepts für die Stadt Ludwigslust zugestimmt und mit ihrem Votum vom Februar dieses Jahres dieses Vorhaben auf den Weg gebracht. Wesentlicher Bestandteil des Verkehrskonzeptes wird auch die Pendlersituation in Bezug auf den Bahnhof sowie eine zusätzliche Tunnelquerung unter der Bahnstrecke Hamburg-Berlin sein. Das Verkehrskonzept ist unter Beteiligung und Anhörung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr sowie des Landkreises Ludwigslust-Parchim aufzustellen. Bis zum August 2013 soll das Konzept stehen, aber Ende des Jahres soll schon ein Zwischenergebnis vorliegen. In den nächsten Monaten sollen die Verkehrsströme erfasst werden, eine solche Verkehrsprognose hätte nach Ansicht des SPD-Bundestagsabgeordneten schon vor zehn Jahren erfolgen sollen.

"Das Verkehrskonzept muss nun aufzeigen, dass es aufgrund des Kfz-Verkehrs einen begründeten Bedarf gibt, einen solchen Tunnel zu bauen", so MdB Hacker weiter. "Nach der Erstellung dieses Konzepts wird seitens des Bundesverkehrsministeriums, gegebenenfalls auch unter Beteiligung des EBA, und des zuständigen Fachministeriums des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu prüfen sein, ob die Voraussetzungen real gegeben sind, das Projekt einer Eisenbahnquerung im Bereich des Bahnhofes Ludwigslust ernsthaft in Angriff zu nehmen", so Hans-Joachim Hacker.

Wenn aber der Bedarf für eine Kfz-Querung nicht nachgewiesen werden könne, so der SPD-Bundespolitiker weiter, sollte mit Hochdruck die Barrierefreiheit angestrebt werden.

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