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Ludwigsluster Tageblatt

21. September 2017 | 18:00 Uhr

Ludwigslust : Tunnel: Baustart in vier Jahren?

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Infrastrukturminister Christian Pegel informierte sich in Ludwigslust über Pläne zum Tunnelbau und zu neuem Busbahnhof

von
erstellt am 27.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Der Treffpunkt war eher ungewöhnlich: Der Unterstand für Fahrräder auf dem Pendlerparkplatz neben dem Bahnhof. Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) informierte sich in Ludwigslust über die Pläne zum Tunnelbau und zur Errichtung eines Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB). Weil es auch an diesem Nachmittag wieder in Strömen regnete, wurde die Veranstaltung kurzerhand vom Parkplatz unter das schützende Dach des Fahrradunterstandes verlegt.

„Der Tunnel ist seit rund 30 Jahren ein ,Running Gag’ meinte SPD-Landtagsabgeordneter Dirk Friedriszik. „Alle wissen aber, mittelfristig brauchen wir ihn.“ Jens Gröger, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Tiefbau bei der Stadtverwaltung, erläuterte den Gästen, darunter auch Vertretern der Deutschen Bahn, die Tunnelpläne. „Der Tunnel wird auch für Busse und Lkw befahrbar sein. Baubeginn ist für Ende 2021 vorgesehen, die Einweihung der Unterführung für Ende 2024.“

Wie Jens Gröger weiter erläutert, wird der Tunnel 70 Meter lang, 6,50 Meter breit und 4,70 Meter hoch sein. Von der Tunnelfahrbahn bis zum oben liegenden Gleisbett sind es sieben Meter.

Im Rahmen des Tunnelprojekts sind natürlich umfangreiche Arbeiten notwendig. Darunter auch solche, deren Ursache viele Jahrzehnte zurückliegen: Die Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. Denn der Ludwigsluster Bahnhof und damit auch dessen Umfeld war kurz vor Kriegsende Ziel alliierter Bombenangriffe.

Doch nicht nur um den Tunnel ging es bei der Informationsveranstaltung. Auch der geplante Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) kam zur Sprache. „Wir haben variantentechnische Untersuchungen zum Bahnhofsumfeld in Auftrag gegeben“, erläuterte Gröger und stellte den derzeitigen Bearbeitungsstand vor. Die Ergebnisse würden ab Anfang September in den Ausschüssen bzw. dann auch in der Stadtvertretung diskutiert.

Nach Ankündigung der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mbH (VLP) wird sich der Bedarf hinsichtlich des ÖPNV erhöhen. Laut bisherigen Plänen würde der neue Busbahnhof nahe des früheren Bahnübergangs entstehen, dort, wo derzeit ein Parkplatz ist. Hier sind mehrere Varianten in der Diskussion. Auf jeden Fall aber soll der künftige Busbahnhof dem weiter steigenden Bedarf gerecht werden.

Jens Gröger: „Wir haben mit der VLP bereits über eine ausreichende und zukunftsträchtige Zahl von Haltestellen und Ruhezeitparkplätzen im geplanten ZOB gesprochen. Das spiegelt sich auch in den entsprechenden Konzepten wieder.“ Bürgermeister Reinhard Mach hob hervor, die Stadt brauche bei der Umsetzung der Pläne Unterstützung von Landkreis, Land und Bund, auch angesichts der Tatsache, dass Ludwigslust ein bedeutender Bahnknotenpunkt im Land sei. Minister Pegel meinte, sein Eindruck sei, dass bei dem Gesamtprojekt bisher eine gute Planung mit viel Flexibilität zu erkennen sei.

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