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Ludwigsluster Tageblatt

16. August 2017 | 19:15 Uhr

Brunow : Trödeln, schauen und genießen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Die Brunower zeigten gestern beim 1. Dorftrödelmarkt, dass Leben in ihrem Dorf ist. Die Premiere lockte Hunderte Besucher.

„Ich hätte echt nicht gedacht, dass so viele Leute kommen. Beim nächsten Mal sind wir besser vorbereitet.“ Steffen Niemann ist in seine Gummistiefel geschlüpft, um auf dem kleinen Feld hinter dem Hof noch einmal Kartoffeln zu racken. Bei Möhren und Zwiebeln hat er zuvor für Nachschub gesorgt. Seine Frau Kirsten steht derweil mit Besuchern am großen Gartenteich und fachsimpelt. Die beiden Brunower hatten gestern ihren Garten für Besucher geöffnet – zum 1.  Brunower Dorftrödelmarkt und Tag der offenen Gärten.

„Wir wollten Brunow präsentieren und zeigen, dass auf dem Dorf Leben ist“, sagt Initiatorin Anja Bartels und freut sich, dass schon gegen Mittag die Parkplätze voll sind, unzählige Menschen durch die Straßen schlendern. „Die Mischung aus Kunsthandwerk, Trödel und Gärten macht’s – da ist für jeden etwas dabei.“ Die Idee war Anja Bartels gekommen, nachdem sie den Schlenderflohmarkt in Rüterberg erlebt hatte. Und viele Brunower zogen mit. Auch Feuerwehr, Dorfförderverein, Kirche und Helmuth Barheine. Der 69-Jährige öffnete den Brunower Bauernmarkt, den er nach der Schließung erst am Freitag wiedereröffnet hatte.

Eine Straße weiter steht Andreas Bartczak. „Ich habe auf dem Dachboden geschaut, die Frauen in den Kleiderschränken“, erzählt er. „Solche alten Häuser haben ja viel Platz, um Zeug zu verstauen.“ Spielzeug, Kleider, alte Küchengeräte und mehr hat er vor seinem Grundstück aufgebaut. Ein altes Waffeleisen für einen Holzherd hat schon einen neuen Besitzer gefunden. „Es ist doch schön, wenn man anderen damit eine Freude machen kann, auch wenn der Schrotthändler wohl mehr bezahlt hätte“, so Bartczak. Aber ums Geld geht es ohnehin niemandem. „Es ist einfach eine super Idee, und dann macht man auch mit“, sagt Claudia Papke, die mit Töchterchen Alisha vor ihrer Haustür verkauft. „Wir haben geguckt, was wir nicht mehr brauchen. Vor allem Kindersachen haben wir rausgestellt.“ Auch Alisha hat in ihren Schränken nachgeschaut. „Ich habe Bücher rausgesucht“, sagt die Sechsjährige.

Ein paar Häuser weiter schenken Kathrin und Sabine Kahlbaum Erdbeerbowle aus. Und ihr Onkel Horst Rückert präsentiert auf dem Hinterhof seine Mopeds, SR 1 und 2, Hühnerschreck, Spatz und Schwalbe. „Wie viel kostet die?“ fragt Herbert Ballerscheff und zeigt auf eine MZ RT mit tadellosem Lack in Grün-Metallic. „Die ist topp.“ Aber auch unverkäuflich, wie Horst Rückert betont. Bei schönem Wetter ist er mit dem Motorrad, das erstmals 1958 auf die Energiewerke Parchim zugelassen worden war, selbst unterwegs.

Auch Annegret Ballerscheff bewundert das Motorrad. „Da kommen Erinnerungen an die Jugend. Früher sind wir alle Wege mit Motorrad gefahren.“ Der Prislicherin hatten es gestern aber auch die Gärten angetan. „Sehr schöne Gärten. Und wir haben einige Tipps für den Gartenteich bekommen.“ Für Annegret Ballerscheff war es selbstverständlich, nach Brunow zu fahren. „Wenn ein Dorf so etwas auf die Beine stellt, muss man einfach hingehen, um der Sache auf die Sprünge zu helfen.“  

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von
erstellt am 03.Jul.2016 | 20:51 Uhr

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