Trinkwasser für die Seychellen

Das Schweriner Unternehmen Greenlife liefert seine Anlagen für die Wassernutzung fast in die ganze Welt

von
16. März 2014, 10:26 Uhr

Der ganze Hof steht voller großer schwarzer Plastik-Tanks. In den Hallen: Eimer, Kästen, Kübel, ebenfalls alles aus Plastik, die meisten Produkte ebenfalls schwarz. Es sind aber auch gelbe und blaue darunter. „Das ist in etwa das, was wir in einem Monat absetzen“, sagt Geschäftsführer Friedhelm Neumann. Bis zu 50 Prozent ihres Jahresumsatzes macht die Schweriner Firma Greenlife mit diesen Produkten. Die Philosophie des Unternehmens: Alle Artikel werden aus recyceltem Kunststoff hergestellt. „Das entlastet die Umwelt“, sagt Neumann.

Die schwarze Ware macht zwar einen großen Teil des Umsatzes aus, doch besonders am Herzen liegen Friedhelm Neumann die Anlagen für das Wassermanagement. „Dieses Segment bedienen wir seit etwa 15 Jahren. Inzwischen sind wir in Sachen Qualität und Preis weltweit einmalig.“

Anlagen zur Aufbereitung so genannten Grauwassers, das beim Duschen, Baden und Händewaschen anfällt oder aus der Waschmaschine kommt, liefert Greenlife für die industrielle Nutzung, für Hotels und Bürohäuser. Für Einfamilienhäuser ist eine solche Anlage in der Entwicklung und wird in etwa drei Jahren marktfähig sein. Aber auch Anlagen zur Regenwassernutzung für Haus und Garten gehören zum Sortiment, etwa Speicher mit einem Fassungsvermögen von bis zu 47 000 Litern. Kleinkläranlagen, Sammeltanks, Filter- und Förderanlagen für Großanwendungen – das alles hat das in Sacktannen ansässige Unternehmen im Angebot.

Ein absolutes Top-Produkt aber sind die „AQa greenlife“-Anlagen. Mit ihnen wird Regenwasser zu Trinkwasser aufbereitet. „Diese Anlagen sind sogar für ganze Wohngebiete geeignet“, sagt Friedhelm Neumann. „Wir kennen die durchschnittlichen Regenmengen der vergangenen 50 Jahre. Und wir wissen, wo wie viel Wasser verbraucht wird. Danach können wir die Anlagen auslegen.“ Im arabischen Raum beispielsweise werden 600 Liter pro Tag und Einwohner durchschnittlich verbraucht, in Russland sind es 300 Liter und in Deutschland 130. Das Problem: In Deutschland besteht ein Anschlusszwang für Trink- und für Abwasser. Deshalb können die „AQa-greenlife“-Anlagen bisher nur für Einzelgehöfte oder im Ausland eingesetzt werden. „Bauherren könnten autark sein“, sagt Neumann. „Aber das ist derzeit hier bei uns leider nur ein Traum.“ Neumann wünscht sich, in der Region eine Referenzanlage bauen zu dürfen. „Die potenziellen Kunden wollen keine bunten Prospekte, die wollen die Anlage in Funktion sehen.“ Doch so lange die gesetzlichen Vorschriften bestehen, bleibt die „AQa-greenlife“-Anlage ein Nischenprodukt. In anderen Ländern besteht kein solcher Anschlusszwang. „Wir haben aktuell Anfragen von den Seychellen“, so Neumann.

Ein großer Teil der Anlagen für das Wassermanagement geht in den Export. „Wir liefern nach ganz Europa“, sagt Neumann. „Unsere Kunden sitzen aber auch in Arabien, und manchmal geht ein Container auch in den Norden Südamerikas.“ Friedhelm Neumann schaut für den Absatz nicht nur in die Ferne. Zweimal im Jahr gibt es einen Werksverkauf für Eimer, Kübel und Kästen. Dann stehen die Autos Schlange vor dem Werk. Das nächste Mal am 29. März.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen