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Ludwigsluster Tageblatt

13. Dezember 2017 | 10:24 Uhr

Steesow : Tret-Attacke auf Treckerparade

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

71-Jähriger griff Streifenwagen, Polizeibeamten und Ordner während Umzugs in Steesow an

von
erstellt am 29.Sep.2014 | 19:30 Uhr

- Er suchte sich für seine Attacke den kleinsten Wagen aus. Die Trecker waren ihm wohl zu gewaltig.

Das 4. Steesower Treckertreffen am vergangenen Sonnabend: 51 Traktoren nahmen an der zur Tradition gewordenen Veranstaltung teil. Einer der Höhepunkte war der Umzug am Nachmittag. Vorneweg rollte ein Streifenwagen. Polizeisprecher Klaus Wiechmann: „Der mit einem Beamten besetzte Opel Corsa sicherte den Umzug ab und fuhr als Führungsfahrzeug voran auf der Straßenmitte. Gegen 14.10 Uhr betrat plötzlich ein Mann die Fahrbahn auf dem Rambower Weg und kam unserem Fahrzeug entgegen. Als der Pkw gestoppt hatte, versetzte der Fußgänger der Motorhaube des Streifenwagens einen Fußtritt.“

Der war so heftig, dass es eine kräftige Beule gab. Am gestrigen Montagmorgen kam der Opel in die Werkstatt, wo zunächst unklar war, ob die Delle ausgebeult oder die komplette Motorhaube ausgewechselt werden muss.

Doch damit nicht genug. Nach dem Tritt gegen den Pkw war der 54-jährige Polizeibeamte aus dem Wagen gestiegen, um den Treter zur Rede zu stellen. Doch der 71-Jährige schlug auf den Beamten ein und trat nach einem Ordner, der dem Polizisten zu Hilfe eilte. Beide konnten den Wüterich schließlich überwältigen, dem Handfesseln angelegt werden mussten. Der Polizist erlitt Schwellungen im Gesicht, blieb aber dienstfähig.

Polizeisprecher Wiechmann: „Der Angreifer stand offensichtlich unter Alkoholeinfluss, verweigerte aber einen Alkomattest. Deshalb wurde eine Blutprobenentnahme veranlasst.“ Warum der Mann plötzlich ausrastete, blieb laut Polizei zunächst noch unklar. Er schweige derzeit zum Motiv. Wie SVZ erfuhr, soll der 71-Jährige jedoch für seinen Jähzorn bekannt sein. Die Polizei ermittelt gegen den aus der Region stammenden Beschuldigten nun wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Der Vorfall konnte das Treffen nicht trüben. Die zahlreichen Gäste bewunderten die historischen Traktoren. Der älteste war immerhin Baujahr 1939. Den weitesten Anfahrtsweg indes hatte ein Trecker aus Matzlow-Garwitz bei Parchim mit rund 45 Kilometern. Auch 2015 soll es wieder ein Treffen mit Umzug geben. Vielleicht rückt die Polizei dann ja sicherheitshalber auch per Trecker an.



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