Bresegard bei Eldena : Treffen vor Ort bringt Straße kaum näher

So sieht die Ortsdurchfahrtstraße an vielen Stellen aus. Und der Lkw-Verkehr rollt.
So sieht die Ortsdurchfahrtstraße an vielen Stellen aus. Und der Lkw-Verkehr rollt.

Ausbau der L07 in der Gemeinde bei Eldena nicht in Sicht / Weitere Gutachten angekündigt

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18. November 2015, 17:30 Uhr

Die Diskussion um ein unendliches Thema hat wieder Auftrieb bekommen, als eine Menschenansammlung mit Warnwesten an der Bresegarder Dorfstraße gesichtet wurde. Was die Menschen da wollten - niemand aus der Gemeinde wusste es so genau. Auch als SVZ vor Ort nachfragte, gab es keine Auskunft. Der Sinn dieses Geheimtreffens erschloss sich erst bei einer Nachfrage im zuständigen Schweriner Infrastrukturministerium. Warum das Thema so sensibel ist, wird klar, wenn man weiß, dass die Bresegarder seit über drei Jahrzehnten auf den Ausbau ihrer Dorfstraße warten. Es ist die Landesstraße L07, und sie befindet sich in einem desolaten Zustand. Die Anwohner werden gerade in der jetzigen Jahreszeit, wenn vorwiegend Schmuddelwetter herrscht, immer wieder daran erinnert. Grobes Kopfsteinpflaster, Schlaglöcher, Riesenpfützen, weil das Regenwasser nicht ablaufen kann – Einwohner müssen zudem mit Schäden an ihren Häusern leben und darum kämpfen, dass diese als Folge der Holperpiste anerkannt werden. Das ist die Situation.

„Der wertvolle Alleebestand in der Ortslage Bresegard stellt eine besondere Herausforderung beim Ausbau der Ortsdurchfahrt dar“, sagt Steffen Wehner, Sprecher des Ministeriums. Hier gelte es, straßenbauliche und naturschutzfachliche Belange in Einklang zu bringen. „Da der vorgesehene Ausbau vornehmlich den Straßenkörper, den sogenannten Straßenaufbau, bis in eine Tiefe von ca. 80 Zentimetern umfasst, können die unter der Straße verlaufenden Wurzeln hiervon stark beeinträchtigt werden“, erklärt er weiter.

Um diese Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten, wurden Suchschachtungen an zehn Stellen vorgenommen, um so Erkenntnisse darüber zu erlangen, wo genau und in welcher Tiefe die Wurzeln der Bäume verlaufen. Daraus sollen dann Rückschlüsse auf notwendige Schutzmaßnahmen des gesamten Alleebestandes bei den Ausbauarbeiten gezogen werden. „Die Straßenbauverwaltung hofft, dass es möglich sein wird, einen konkreten Ausbauvorschlag zu entwickeln - eventuell auch unter Berücksichtigung abgesenkter Standards (geringere Breite als nach Regelwerk vorgeschrieben). So könnten möglicherweise bei einem Ausbau beide Baumreihen bestehen bleiben“, lautet die Aussage aus dem Ministerium.

Bei dem Ortstermin, der wie ein Geheimtreffen anmutete, sah sich laut Ministerium die Straßenbauverwaltung gemeinsam mit der Umweltbehörde die Schachtungen an. Die Ergebnisse des Ortstermins würden nun in weitere gutachterliche Arbeiten einfließen. Noch lasse sich keine Aussage treffen, wie sich das weitere Verfahren gestalten werde, so Steffen Wehner. Die Bresegarder müssen sich also weiter in Geduld fassen. Koste es, was es wolle.

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