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Ludwigsluster Tageblatt

14. Dezember 2017 | 03:45 Uhr

Neustadt-Glewe : Treff mit einem Meisterdrucker

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Beeindruckende Grafik-Ausstellung auf der Neustädter Burg noch bis zum 21. September

Künstlerkollegen loben ihn den „Meister des Druckes“. Die im Jahr 2002 verstorbene Malerin und Grafikerin Elisabeth Sittig schrieb an Ernst Lau sogar einmal: „Was der Künstler, der Grafiker, schafft – die Radierung – wird durch Ihren einfühlenden Druck erst vollendet. Meine zum Teil älteren Platten (meist Kaltnadel und oft gedruckt) haben Sie auferstehen lassen in einer Frische und Klarheit wie fast zu Anbeginn.“

Der heute 72-jährige Drucker, Grafiksammler und Galerist Ernst Lau aus dem mecklenburgischen Neu-Kätenhagen zeigt noch bis zum 21. September auf der Neustadt-Glewer Burg 32 Drucke aus seinem Fundus, der mittlerweile sage und schreibe 100 000 Druckwerke umfasst.

Für den Neustädter Maler und Grafiker Helmut Martensen ist die Lau’sche Ausstellung unter dem Titel „Kunst von 1441 bis zur Gegenwart“ eine Grafikschau, die ihresgleichen sucht in Deutschland. Nicht nur, weil die Sammlung von Ernst Lau zu den größten in Norddeutschland gehört, sondern weil sie auch viel Einzigartiges zu bieten hat. Beispielsweise ein von Schmettau 1788 geschaffenes Kartenwerk, das, aus 16 Blättern bestehend, eine topografische und bis heute authentiche Landesaufnahme Mecklenburgs präsentiert. Zu den kostbaren Werken sowohl noch lebender als auch schon verstorbener großer Künstler, die von Ernst Lau gedruckt – viele solcher Druckvorlagen zunächst aufwendig restauriert – und gesammelt wurden, gehören auch Grafiken von Joachim John, Inge Jastram sowie von Otto Niemeyer-Holstein, Ernst Hassebrauch und viele andere.

Das älteste Werk in der Ausstellung ist der Druck einer Grabplatte von 1441 für Ritter Matthias von Axekow aus dem Doberaner Kloster. Ebenso künstlerisch beeindruckend ist ein Druck aus dem Schaffen des Hofmalers und Grafikers der mecklenburgischen Herzöge Johann Friedrich Findorff. Es zeigt den Schlosspark Ludwigslust.

Zum großen Verdienst von Ernst Lau gehört für Helmut Martensen und für die in der Stadt für Burg, Museum und Stadtinformation verantwortliche Britta Kley die kunsthistorische Komponente seines Schaffens. So habe er zahlreiche Nachlässe bedeutender Künstler aufgearbeitet und so der Nachwelt erhalten. Es lohnt sich, den Meisterdrucker Ernst Lau auf der Neustädter Burg in seinen Kunstwerken zu treffen. Das ist noch bis zum 21. September (jeweils dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr und sonnabends und sonntags von 11 bis 16 Uhr) möglich.

Und übrigens: Die nächste Ausstellung dort folgt auf dem Fuße. Dann werden rund 60 Künstler in der Grafikausstellung „prolog 01“ von ihrem Schaffen berichten.






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