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Ludwigsluster Tageblatt

18. Oktober 2017 | 13:26 Uhr

Ludwigslust : Treff der Kulturen im Wachsen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Seit Mai führt das Café der Vielfalt im Freizeitzentrum Zebef Einheimische und ausländische Neubürger zusammen – durchaus erfolgreich

von
erstellt am 24.Jul.2016 | 19:00 Uhr

Etwas mehr als zwei Monate gibt es jetzt das Café der Vielfalt im Ludwigsluster Freizeitzentrum Zebef. Eine Möglichkeit, zusammen zu essen und zu trinken, dass Kinder und Erwachsene zusammen spielen, das Freizeitzentrum kennen zu lernen, zu basteln, zu malen, zu musizieren, sich zu bewegen und zu entspannen.

Siegfried Loock, einer der Helfer, ist begeistert. Erst schien es gar nicht so gut loszugehen. „Aber ich habe mir schon gedacht, dass wir einen längeren Atem brauchen“, sagt der Ludwigsluster. Und tatsächlich: Eines Tages standen 70 Leute in der Tür. Zwar ist der Ansturm nicht jedes Mal so groß, aber das Angebot scheint sich herumzusprechen – einerseits bei den Ludwigslustern, andererseits aber auch bei den Neubürgern.

Hasan Khalil ist am Freitagnachmittag mit seinem Bruder ins Zebef gekommen. Die Palästinenser haben eine lange Flucht hinter sich, über Syrien bis nach Europa, wo sie Sicherheit suchen. „Hier im Café ist es sehr schön“, sagt Hasan. „Die Menschen nehmen uns gut auf.“ Auch Nikoleta aus Serbien ist mit ihrer Mutter gekommen. „Ich bin schon das zweite Mal hier“, sagt das Mädchen. „Alle Leute sind sehr nett.“

Ja, der Zuspruch sei schon gut, findet Siegfried Loock, erwähnt aber auch, dass die Öffentlichkeitsarbeit noch verbessert werden soll. Die „Mundpropaganda“ spielt dabei eine große Rolle, aber auch die noch intensivere Publizierung des Angebotes in den Gemeinschaftsunterkünften.

„Es gibt noch viel zu tun, Vorurteile abzubauen“, findet Christiane Klinkenberg, die sich mit dem Café der Vielfalt sehr verbunden fühlt. „Ich finde es spannend, mit den Menschen zu sprechen. Es ist sehr wichtig, dass die unterschiedlichen Kulturen gewürdigt werden“, unterstreicht sie.

Anne Bertram ist noch heute begeistert, wie die Besucher des Cafés vor kurzem stundenlang Boule gespielt haben. „Ich finde den Status quo bezüglich der Resonanz, wie er jetzt besteht, schon sehr gut“, sagt sie. Auch dass Ludwigsluster Vereine das Angebot nutzen, um sich vorzustellen. So wie es der Sport-Angler-Verein bereits getan hat. Von Fußballern könnte noch mehr Initiative ausgehen und auch der Schachclub war noch nicht da, was die Organisatoren als sehr bedauerlich empfinden. Aber schließlich ist das Café der Vielfalt gerade erst gestartet.

Für Margrit Schwanen aus Belsch ist es jedenfalls bereits ein voller Erfolg. „Ich bin schon das dritte Mal hier, und nicht zuletzt wird der Aufenthalt hier einem versüßt“, schmunzelt sie und spielt damit auf die Leckereien an, die natürlich zu einem richtigen Café gehören. Die Lehrerin hat außerdem bei der Arbeiterwohlfahrt Deutschunterricht für Flüchtlinge gegeben. Ein Thema, dass auch in den Augen von Siegfried Loock ein sehr wichtiges ist. Sprachbarrieren erschweren die Kommunikation – jedoch kein unlösbares Problem, wenn zusätzlich zu den offiziellen Angeboten alle sich gegenseitig helfen. Davon ist er überzeugt. Das Café der Vielfalt funktioniert, weil viele Menschen sich ehrenamtlich engagieren, wie zum Beispiel die Frauen aus der evangelischen Gemeinde, die zufrieden am Tisch sitzen oder Karen Mage, die hinter dem Tresen für das leibliche Wohl sorgt.

Pastorin Katharina Lotz hält ein Plakat in der Hand. Es weist auf das Sommerfest des Cafés der Vielfalt hin, das am 5. August von 15 bis 18 Uhr im Zebef stattfinden soll und zu dem schon jetzt alle Interessenten eingeladen sind.

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