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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 04:52 Uhr

Traumwelten der Temperamente

vom

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2012 | 10:16 Uhr

Das französische Trio "Les Goulus" war nach ihrer Premiere beim "Kleinen Fest im großen Park" fasziniert von ihrem Publikum, wie umgekehrt, die für sie frenetisch applaudierenden Massen. Mit ihrem urkomischen "Ritt zur Olympiade" hatten die Künstler aus Paris den Erfolg fest gesattelt. Diese Show hatte bereits Publikum auf dem ganzen Globus begeistert, doch: "Ludwigslust hat uns verzückt", meinte der hochbeglückte, doch nach sechs tempogeladenen Shows ausgepumpte Gründer Jean-Luc Prévost kurz vor dem Feuerwerk am Sonnabend.

Der Besuchermagnet "Kleines Fest im großen Park" zog Freitagabend und Sonnabend, jeweils ab 18 Uhr bis zu den nächtlichen Feuerwerken, insgesamt 17 000 zahlende Besucher in den Ludwigsluster Schlossgarten. Die wurden für ihr Eintrittsgeld mit Traumwelten der Temperamente von 32 Künstlerensemble aus 13 Nationen auf 32 Show-flächen und -bühnen belohnt. Der künstlerische Leiter des Veranstalters, Harald Böhlmann von den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, machte mit dieser 18. Großveranstaltung Lust aufs kommende Jahr, wofür bereits Anfragen von 30 Künstlerensembles vorliegen. Das Barockschloss und die einzigartigen Gartenanlagen rücken so immer wieder ins beste öffentliche Licht.

Ein Kinderfreund und Komiker par excellence ist der britische Pantomime Herbie Treehead. Seine in Windeseile zu Tierformen kreierten Luftballone ließen Kinderaugen leuchten - seine Späßchen mit Leuten unter Leuten auf dem Grün lösten allenthalben Lachsalven aus. Nicht nur jüngste Festbesucher staunten über die mächtigen Giraffen, die sich sogar streicheln ließen. Eine sensationell gelungene Illusion des in Venedig gegründeten und heute aus Amsterdam agierenden "Teatro Pavana". Besonders temperamentvoll ging es bei der Commedy-Akrobatik-Show des Norwegers Magnus Bjoru und des Franzosen Manu Tiger zu. Die "Magmanus" wirbelten gewaltig durch die Luft, auch um sich ihrer Kleidung bis auf einen String zu entledigen. Das löste bei Frauen Kreischen und Hände-vor´s-errötete-Gesicht-schlagen aus. Lachen, das sich die Balken biegen, das war auch beim Hamburger Commedyprofi Werner Momsen stets angesagt. Seine Berichte aus dem Alltag lösten Bäche von Freudentränen aus.

Makaber, doch spitzfindig wie humorvoll, dazu eine Prise Magie, so unterhielt der Fürst der Finsternis, Martin Sirp, am Karauschenteich. Der staunte nicht schlecht, dass Publikum hatte dazu noch mehr Spaß, als er sich ungeahnt Freitagabend eine nicht auf den Mund gefallene Trauerrednerin auf die Bühne holte. Da wurde es dem Vampir ab und an selbst gruselig.

Als barocker Traum in Weiß mit ihrem rollenden Klavierflügel fesselten Mauro Grassi und Ballerina Francesca Pellegrini als "Intalento" aus Italien die sie immer wieder bestaunenden Festgäste. Vornehm zurückhaltend präsentierten sich drei sehr dicke Damen, während der Niederländer Frans Custers als schweigsamer, bedauernswerter Clown "mit Riesengurke für unterwegs" beeindruckte. Und dann waren da noch "Pete and the Wolvettes". Das Berliner Quartett sammelte Scharen von Zuhörern mit ihren Abba-Hits an der Schloss-Grotte um sich.

Nur wer sich auf den kilometerlangen Weg entlang der Bühnen gemacht hatte, erfuhr die außerordentliche Vielfalt des übermaßen kulturellen Spitzenprogramms. Was die Polizei und Rettungskräfte im Rückblick festhielten, war eine ruhig verlaufende Großveranstaltung.

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