Grabow : Traditionsbetrieb geht neue Wege

Auf der Internationalen Handwerksmesse in München wurde Baumkuchen produziert: Erik Herrmann (l.) und Ehefrau Anette, Staatssekretär Dr. Stefan Rudolph (r.)aus dem Schweriner Wirtschaftsministerium sowie Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwerin.
Auf der Internationalen Handwerksmesse in München wurde Baumkuchen produziert: Erik Herrmann (l.) und Ehefrau Anette, Staatssekretär Dr. Stefan Rudolph (r.)aus dem Schweriner Wirtschaftsministerium sowie Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwerin.

Vor 25 Jahren erhielt Erik Herrmann, Inhaber des „Grabower Backhus“, seinen Meisterbrief / Baumkuchen und Stollen wichtige Standbeine

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14. November 2015, 07:00 Uhr

An seine Prüfung erinnert sich Bäckermeister Erik Herrmann aus Grabow noch ganz genau. Er musste eine Festivität zum Thema „Anglervergnügen“ gestalten. Prunkstück war die Motivtorte. „Es waren zwei Bilder von einem Angler drauf. Einmal wie er ins Wasser guckt, und dann, wie er die Angel anzieht“, sagt der 48-Jährige. – Das war vor 25 Jahren. Der Meisterlehrgang bei der Handwerkskammer Schwerin hatte allerdings bereits zwei Jahre vorher, 1988, begonnen. Erik Herrmann weiß noch um die Diskussionen zur Materialknappheit in der ehemaligen DDR, die insbesondere auch beim Bäckerhandwerk in der verstärkten Anwendung von Ersatzstoffen ihren Ausdruck fand.

Der Sprung in die neue Zeit war schon aufregend. Das „Grabower Backhus“ ist zwar ein Traditionsunternehmen. Der jetzige Inhaber führt sie bereits in der fünften Generation. Auch wenn es den Betrieb schon seit 1874 gibt, einfallen lassen mussten sich die Firmenchefs immer etwas, um ihre Kundschaft zufrieden zu stellen. 1992 hat Erik Herrmann den Betrieb von seinem Vater übernommen. Ab 1994 belieferte er zehn Jahre lang die Bundeswehr. Als dort peu à peu der Führungswechsel zur nächsten Generation erfolgte, wechselten auch die Lieferanten. „Die Bundeswehrzeit war eine schöne Zeit“, erinnert sich der Bäckermeister, auch wenn sie viel Arbeit für den Familienbetrieb bedeutete.

Erik Herrmann schwört auf die Unterstützung durch die Handwerkskammer Schwerin. Die Betriebsberater hätten ihm stets unterstützend zur Seite gestanden, unterstreicht er. Wenn der Grabower auf Messen fährt, wirbt er zusammen mit anderen Partnern nicht nur für die Region, sondern demonstriert auch die Stärke des Handwerks, das sich in der Kammer organisiert hat. „Auch mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums MV waren wir im vergangenen Jahr auf der Internationalen Handwerksmesse in München. Ich hatte die Baumkuchenmaschine mit und wir haben produziert. Das war ein großer Erfolg“, berichtet der Bäckermeister. Das Handwerk müsse sich der Kundschaft auf neue Weise anbieten, um so neue Märkte zu erschließen“, ist er überzeugt.

Apropos Baumkuchen. Sie sind in der Vergangenheit eng mit dem Namen von Jürgen Stech verbunden gewesen. Die beiden Männer verbindet eine Freundschaft, und Erik Herrmann hat sich für das Wiederaufleben der Tradition eingesetzt. Eigentlich gibt es sie schon seit 60 Jahren in der bunten Stadt an der Elde. Nach der Wende ist sie wiederentdeckt worden. – Und die Weihnachtsstollen aus der Bäckerei Herrmann. Sie sind auch so ein Markenzeichen. In den Edeka-Märkten der Landeshauptstadt sind sie begehrt. Gerade jetzt, da die Vorweihnachtszeit vor der Tür steht, findet das beliebte Gebäck zum Fest wieder verstärktes Interesse. Bäckermeister Erik Herrmann freut es und er wird mit Sicherheit nicht aufhören zu experimentieren, um seinen Kunden stets neue Geschmacksnoten anzubieten.

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