zur Navigation springen

Dömitz : Touristen länger in der Festungsstadt halten

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Dömitzer Hafen Gastronomie und Stadt wollen kooperieren

von
erstellt am 16.Jan.2015 | 12:28 Uhr

An der Rezeption der Dömitzer Hafen Gastronomie herrscht an diesem Mittag ein ständiges Kommen und Gehen. Hotelgäste checken ein, andere wollen vor ihrer Abreise zahlen. Wenige Meter entfernt – in Restaurant und Küche – ist es derweil ziemlich ruhig. Ruhetag. „Bis Ende März ist das Hafenrestaurant jeden Montag und Dienstag geschlossen“, erklärt Anja Rabe von der Geschäftsleitung. „Das Panorama-Café ist in dieser Zeit komplett geschlossen.“ Das Café mit dem einmaligen Ausblick über die Elbe wie im vergangenen Jahr nur am Wochenende zu öffnen, hätte keinen Effekt gehabt. Unterm Strich hatte das Unternehmen zum Jahresende 16 Mitarbeitern kündigen müssen. „Fast alle haben aber schon ihren neuen Arbeitsvertrag zum 1. April unterschrieben“, so Anja Rabe. „Mit höherem Gehalt und unter Beibehaltung aller Jahre der Betriebszugehörigkeit.“


Küche wird umgebaut


Die Hafen Gastronomie muss – wie alle vom Tourismus abhängigen Betriebe – nicht nur mit der geringeren Gästezahl in der Nebensaison klarkommen, sondern auch mit dem seit Jahresbeginn geltenden Mindestlohn von 8,50 Euro. „Das bringt uns jährliche Mehrausgaben im mittleren sechsstelligen Bereich“, erklärt Anja Rabe. Zudem müssen die geleisteten Stunden aufwendig dokumentiert werden.

Nicht nur personell, sondern auch baulich bereitet sich das Unternehmen bereits auf die kommende Saison vor. In Dömitz, wo das Hafenrestaurant vorübergehend halbiert ist, wird die Küche umgebaut. Im Brauhaus Vielank, wo es gestern nach den zweiwöchigen Betriebsferien wieder losging – ohne Ruhetage übrigens, wurden unter anderem die Küche gemalert und der Fußboden im Saal erneuert. „Ab 1. April haben wir dann wieder an beiden Standorten sieben Tage die Woche geöffnet“, betont Anja Rabe. „Ostern werden wir den ersten großen Ansturm haben.“

Auch die ersten großen Veranstaltungen haben Anja Rabe und ihr Team bereits im Blick, allen voran das Jubiläums-Hafenfest. Es findet vom 10. bis 12. Juli zum zehnten Mal statt. Dabei will die Stadt Dömitz noch stärker als bisher mit „ins Boot“ steigen.


Gäste länger in der Stadt halten


Und auch sonst wollen Hafen Gastronomie und Kommune ihre Zusammenarbeit verstärken. „Was kann die Stadt für den Hafen tun, und was kann der Hafen für die Stadt tun?“ beschreibt Bürgermeister Helmut Bode die Fragen, die er derzeit gemeinsam mit der Geschäftsleitung diskutiert. Ein Anliegen haben beide Seiten gemein: „Unser Ziel ist es, die Gäste länger als ein oder zwei Tage in der Stadt zu halten“, erklärt Anja Rabe. Dafür würden einerseits spezielle Arrangements zusammengestellt werden. Wichtig wäre andererseits aber auch eine attraktivere Innenstadt – das Dömitzer Sorgenkind. „Wir profitieren auch von der Festung. Aber wenn unsere Gäste dorthin gehen, muss unterwegs etwas zu sehen oder zu erleben sein.“ Leicht ist eine Belebung der Innenstadt nicht, seit der Schließung des Kaufhauses vor einem Jahr wohl eher richtig schwierig.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen