Altstadt von Grabow : Tote bei Brand

Die Löscharbeiten der Feuerwehr in der Grabower Innenstadt dauerten auch am Nachmittag an.
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Die Löscharbeiten der Feuerwehr in der Grabower Innenstadt dauerten auch am Nachmittag an.

Fachwerkhaus in der Grabower Innenstadt abgebrannt - Sechs Feuerwehren im Einsatz

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10. November 2014, 15:52 Uhr

Die Flammen schlagen aus Fenstern und Dach des Fachwerkhauses, dunkle Rauchschwaden steigen in den wolkenverhangenen Himmel: Großbrand am Montag in der historischen Altstadt von Grabow.

Polizeisprecher Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust: „Die Meldung über den Brand eines Wohnhauses in Grabow ging bei uns um 11.30 Uhr ein.“ Nur wenige Minuten nach der Alarmauslösung sind erste Feuerwehren vor Ort. Schnell steht fest: In dem betreffenden Fachwerkhaus wohnen zwei Personen: eine 94-jährige Seniorin und ihr 73 Jahre alter Sohn. Die unmittelbar angrenzenden Häuser sind unbewohnt. Aus einem gegenüberliegenden Haus werden die Bewohner evakuiert. Die Polizei fordert die Einwohner der Innenstadt auf, Fenster und Türen wegen des starken Rauchs geschlossen zu halten.

Problem: Der Brandort befindet sich in der Straße Kleiner Wandrahm – einer äußerst engen Gasse. Unmittelbar hinter dem brennenden Fachwerkhaus fließt die Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW). Obwohl zur Mittagszeit insgesamt sechs Feuerwehren mit 50 Kameraden im Einsatz sind, können aufgrund der Enge nur einige Fahrzeuge unmittelbar vor dem Brandort zum Einsatz gebracht werden. Deshalb wird auch vom gegenüberliegenden MEW-Ufer aus mit Strahlrohren gelöscht. Doch immer wieder schlagen Flammen aus dem Gebäude.

Inzwischen wird der 73-jährige Hausbewohner, der Brandverletzungen erlitten hat, in einem Rettungswagen behandelt und später ins Krankenhaus gebracht. Laut Polizeisprecher Klaus Wiechmann sind die Verletzungen nicht so schwer, wie zunächst vermutet.

Unklar bleibt zunächst, wo die 94-jährige Mutter ist. Doch dann die traurige Gewissheit: Sie ist tot, kann jedoch zunächst wegen der Flammen und enormen Hitze im Haus nicht geborgen werden. Bürgermeister Stefan Sternberg: „Das Technische Hilfswerk wurde angefordert, um eine Hauswand zu durchbrechen und die Tote zu bergen.“

In unmittelbarer Nachbarschaft, nur wenige Häuser weiter, wohnen Angelika und Uwe Pollok. „Wir leben seit 1986 hier. Es ist eigentlich eine Idylle, gleich hinter unserem Haus der Garten und die Wasserstraße“, sagt Angelika Pollok. „Doch wir leben auch beständig in der Angst, dass es ganz schlimm kommen kann, wenn hier in der Enge einmal ein Feuer ausbricht. So, wie es jetzt nebenan geschehen ist.“

Polloks saßen gerade beim Kaffee, als die Sirene ertönte. „Verwandte kamen sofort zu uns. Sie hatten die dichten Rauchschwaden über der Altstadt gesehen und befürchtet, dass es bei uns brennt“, so Angelika Pollok.

Wie Polizeisprecher Wiechmann am frühen Nachmittag sagt, war das Feuer ersten Ermittlungen zufolge im Erdgeschoss des Hauses ausgebrochen. „Die genaue Ursache muss von einem Brandgutachter ermittelt werden“, sagt Klaus Wiechmann. Ob der allerdings am Montag noch in das Haus konnte, blieb zunächst unklar. Bürgermeister Stefan Sternberg: „Alle beteiligten Feuerwehren leisten eine aufopferungsvolle Arbeit. Frauen unseres Rathauses haben sich mit der Fleischerei Gollnik in Verbindung gesetzt. Obwohl dort heute Ruhetag ist, hat die Fleischerei daraufhin heiße Bockwurst mit Brot für die Feuerwehrleute bereit gestellt. Darüber hinaus wurde auch für Getränke gesorgt.“

Sternberg hatte die Rauchschwaden aus seinem Büro im Rathaus gesehen, war sofort zum Brandort geeilt. Wie er sagte, standen Unterkünfte für den Fall bereit, dass Evakuierte nicht in ihre Wohnungen zurückkehren konnten. Doch wie der Bürgermeister am Nachmittag mitteilte, können die aus dem gegenüber liegenden Haus evakuierten Bewohner wieder in das Gebäude zurück. Die Feuerwehr hatte den Brand zu dieser Zeit laut Polizei unter Kontrolle, der Löscheinsatz dauerte aber noch an. Das betroffene Haus ist jedoch völlig zerstört, ein unbewohntes Nachbargebäude durch die Flammen beschädigt.

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