Blievenstorf : Torf bremst Bauleute aus

Abwasser: Mehraufwand in Blievenstorf soll nicht zu Lasten der Grundstückseigentümer gehen / Bauende noch in diesem Monat

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01. Juli 2014, 07:00 Uhr

Eine Baustellenampel. Wartende Autos. Dahinter Absperrbaken. Riesige Spundwände, die aus der Erde ragen. Tiefe Gräben und Bagger.

In Blievenstorf entsteht gerade der zweite Bauabschnitt des Abwasserkanals. Einwohner haben bemerkt, dass es eine Zeit lang nicht so recht vorwärts ging mit den Arbeiten. Das hat einen Grund: Bei einer so genannten Kamerabefahrung der Leitungen wurde entdeckt, dass Schächte im Bereich der Muchower, Abzweig Stolper Straße abgesackt waren. Niemand konnte sich den Grund so recht erklären. „Also gab es eine ergänzende Baugrunduntersuchung, um der Ursache auf den Grund zu gehen“, erzählt Michael Grohn, der das zuständige Ingenieurbüro leitet. Es stellte sich heraus, dass sich unter der Gründungssohle der Schächte von 2,60 Meter Tiefe eine vier bis fünf Meter starke Torfschicht befindet, die die Festigkeit des Baugrundes beeinträchtigt.

Also hat der Auftraggeber, der Zweckverband kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Ludwigslust (ZkWAL) gemeinsam mit dem Baubetrieb, dem Untersuchungslabor und dem Ingenieurbüro nach Lösungen gesucht, wie möglichst kostengünstig das Problem behoben werden kann. Ein Bodenaustausch im größeren Stil kam nicht in Betracht. Nicht nur, weil die Kosten aus dem Ruder gelaufen wären. Die Muchower Straße in Blievenstorf ist die Landesstraße L 081, die ein wichtiger Zubringer zur Autobahn ist. Großräumige Umleitungen wären die Folge gewesen. Also wurde eine andere Variante gewählt: Zunächst mussten die Schächte in dem betroffenen Bereich wieder ausgebaut werden, um sie aber am Ende erneut zu verwenden. „Es folgte eine tiefgreifende Bodenstabilisierung“, erklärt Michael Grohn weiter.

Dabei wird eine Bohrung angebracht, die durch die Torfschicht hindurch bis auf festen Grund führt. Anschließend wird Zement eingeschlämmt und so eine Stabilisierung erreicht. Am Ende können dann die Schächte wieder eingebaut werden. Stefan Lange, der Geschäftsführer des Zweckverbandes ZkWAL, erklärt, dass durch den Mehraufwand am Bau keine höheren Kosten für die Anschließer entstehen werden.

Die abwassertechnische Erschließung von Blievenstorf ist eine der größeren Aufgaben, die sich der Zweckverband gestellt hat. Insgesamt 4650 Meter Rohrleitung werden es am Ende sein, die dort verlegt sind. Der erste Bauabschnitt im Dorf ist bereits 2012 und 2013 absolviert worden.

Gebaut wird im Moment der zweite und letzte Bauabschnitt mit 2400 Metern. Dieser soll nun in diesem Monat fertig werden – mit einer Verzögerung von rund acht Wochen, die durch die Torflinse entstanden ist.

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