dömitz : Tore, Treppen und ganze Hallen

Ottmar Brauns (r.) – von Anfang an in der Firma – prüft gemeinsam mit Ringo Hulke die Unterkonstruktion für eine Massageliege. Die Firma SME ist ständig auf der Suche nach neuen Standbeinen.  Fotos: Kathrin Neumann
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Ottmar Brauns (r.) – von Anfang an in der Firma – prüft gemeinsam mit Ringo Hulke die Unterkonstruktion für eine Massageliege. Die Firma SME ist ständig auf der Suche nach neuen Standbeinen. Fotos: Kathrin Neumann

SME Stahl- und Metallbau Dömitz investiert in eine dritte Produktionshalle / Das Nestlé-Werk in Schwerin als aktuelles Großprojekt

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10. März 2014, 07:00 Uhr

Gehen oder bleiben? Vor dieser Frage standen vor knapp neun Jahren die Brüder Stefan und Reiko Ehbrecht. Sie waren in Neu Kaliß geboren, sie waren in Neu Kaliß aufgewachsen und sie wollten eigentlich auch in der Region bleiben. Doch ihr damaliger Arbeitgeber in Dömitz ging in die Insolvenz. Um nicht der Arbeit wegen wegziehen zu müssen, entschieden sich Reiko und Stefan Ehbrecht, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. „Wir kannten uns mit der Produktion aus und hatten schon ein gutes Gefühl für den Markt“, begründet Stefan Ehbrecht die Zuversicht, mit der sie damals den Entschluss fassten. Wie schnell sich ihr Unternehmen, die SME Stahl- und Metallbau Ehbrecht GmbH & Co. KG Dömitz, dann entwickeln würde, hätten die Brüder aber nicht erwartet.

Mitte 2005 kauften Stefan und Reiko Ehbrecht – der eine Betriebswirt, der andere Meister – die Produktionshalle ihres früheren Arbeitgebers und fingen mit drei Mitarbeitern wieder an. Schnell wuchs die Belegschaft wieder auf 20 Frauen und Männer, inzwischen sind es 67.

Von Toren, Zäunen und Geländern bis hin zu Balkonen, Vordächern, Treppentürmen, Brücken und Hallen stellen die Dömitzer so ziemlich alles her, was sich aus Metallen und Stahl machen lässt. Und nicht nur das. Das Unternehmen hat eine eigene Planungsabteilung, die die Kundenwünsche konstruiert, in 3D aufs Papier bringt und die statischen Berechnungen dazu anstellt. Und nach der Fertigstellung bauen eigene Montageteams – allein in diesem Bereich sind derzeit 26 Mitarbeiter tätig – die bestellten Stahlkonstruktionen vor Ort ein. Entscheidender Vorteil der Dömitzer Stahlbauer: „Wir können Aufträge in erheblicher Größenordnung realisieren“, erklärt Stefan Ehbrecht. So baute das Unternehmen an der Berliner „O2 Arena“, am Valluhner Edeka-Werk und am Wohnprojekt „Rosengärten“ in Berlin-Wilmersdorf mit. Aktuelles Großprojekt ist der Stahl- und Metallbau für das neue Nestlé-Werk in Schwerin. Seit Dezember wird in Dömitz dafür produziert, inzwischen werden schon die ersten Gitterroste und Geländer im Werk montiert.

Was den Platz angeht, ist das mittelständische Familienunternehmen längst an seine Grenzen gestoßen. Deshalb entsteht neben der alten und einer 2007 errichteten Produktionshalle ein drittes Gebäude. Die Stahlkonstruktion dafür – gefertigt und montiert von den eigenen Leuten – steht bereits. Derzeit ist eine beauftragte Firma aus der Region dabei, den neuen Sozialtrakt zu mauern. „Insgesamt rund 70 Prozent der Arbeiten an der Halle erledigen wir in Eigenleistung“, erläutert Reiko Ehbrecht. So konnte das Investitionsvolumen für die neue Halle auf knapp 500 000 Euro beschränkt werden. Knapp ein Drittel davon kommt als Fördermittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“.

Mit der neuen Halle sollen sich die Arbeitsbedingungen verbessern und die Voraussetzungen geschaffen werden, um in der Industrie einen neuen Kundenkreis aufzubauen. „Für uns ist es wichtig, mehrere Standbeine in unterschiedlichen Branchen zu haben“, betont Stefan Ehbrecht.

In der rund 1400 Quadratmeter großen Halle soll künftig die Schweißerei konzentriert werden. Außerdem sind eine eigene, größere Abteilung für die Bearbeitung von Edelstahl und eine Lackiererei geplant. „Damit können wir dann unsere Produkte oberflächenfertig liefern“, so Reiko Ehbrecht. „Bislang können wir hier nur grundieren und müssen mit dem Lackieren andere Firmen beauftragen.“


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