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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 02:07 Uhr

Tödlicher Unfall bei Stolle in Brenz

vom

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2012 | 05:04 Uhr

Neustadt-Glewe | Schock in Brenz: Ein 60 Jahre alter Mitarbeiter ist am Dienstagabend im Geflügelschlachtbetrieb Stolle Brenz bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen. Der Mann wurde zwischen einem Gefriergut-Auswurf und einem Förderband eingeklemmt und tödlich verletzt. Die Wiederbelebungsversuche der Rettungskräfte blieben ohne Erfolg, der Mann verstarb noch an der Unfallstelle.

Gestern herrschte rund um das Betriebsgelände eine gedrückte Stimmung. Seit den frühen Morgenstunden tagten Staatsanwaltschaft, Kriminalpolizei und Geschäftsführung zu den Vorfällen am Vortag.

In einer Sitzungspause äußerte sich Betriebsleiter Franz-Jürgen Beneke sichtlich emotional gezeichnet zum Unfallhergang: "Es war ein Arbeitsunfall, deshalb wird jetzt erstmal eine Unfallanzeige aufgenommen", schilderte er den derzeitigen Stand der Gespräche. "Alle Arbeitsrichtlinien wurden eingehalten und der Mitarbeiter ist einmal jährlich geschult worden", erklärt Beneke. Dennoch hat "der Mitarbeiter einen Bereich betreten, der ausschließlich für Fachpersonal ausgeschrieben ist", verdeutlicht der Betriebsleiter den Hergang. Die Gründe, weshalb sich der Arbeiter in den für ihn verbotenen Bereich begab, gilt es jetzt zu klären. Zu den näheren Umständen des Unfalls wollte sich Beneke, aus Rücksicht und zum Schutz für die Ehefrau, nicht äußern. Während Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft und Geschäftsführung im "großen Sitzungszimmer" noch bis zum frühen Nachmittag weiter tagten, lief die Produktion wenige Meter entfernt weiter. "Der Betrieb geht normal weiter, muss ja", ließ Beneke noch verlauten, bevor auch er wieder zur Sitzung stieß.

Doch auch den Mitarbeitern, die gerade die Frühschicht beendeten, gingen die Vorfälle sichtlich nahe. Wortlos stiegen die meisten in ihre Autos. Dennoch gab es auch unter ihnen an diesem Tag nur ein Thema. "Das ging mir heute morgen sehr nah", beschreibt eine Mitarbeiterin, die gerade ihren Dienst beendet hatte, die Begleitumstände. Und auch wenn sie das Opfer nicht persönlich kannte, hatte sie "den ganzen Tag ein beklemmendes Gefühl". Allgemein sei nur bekannt, dass "jemand eingeklemmt wurde", da die Mitarbeiter des Betriebes nicht unterrichtet wurden. Vielfach äußerten sich die Mitarbeiter auch über die Begleitumstände des Unfalls und zeigten sich fassungslos, auch wenn sie ebenfalls nur mutmaßen konnten. "Die Maschine hätte eigentlich gar nicht mehr laufen dürfen, wenn sich eine Person im ,Froster’ befindet", ist sich zum Beispiel ein weiterer Mitarbeiter sicher. Und eine andere Mitarbeiterin, die nicht genannt werden will, beschreibt das Opfer als einen der "Stammältesten der Belegschaft, der bereits seit 20 Jahren hier arbeitet". Auch "deshalb sind natürlich einige, die ihn näher kannten, ziemlich geschockt", verdeutlicht die Frau, die außerdem zu berichten weiß, dass die Ehefrau des Opfers ebenfalls im Unternehmen tätig ist.

Aktuell laufen die Ermittlungen des Polizeipräsidiums Rostock. "Die gestaltet sich schwierig, da niemand dabei war und keiner weiß, warum das Opfer in die Maschine geraten ist", so die zuständige Pressesprecherin der Polizei Isabel Wenzel.

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