Klein Krams : „Tödliche Melodien“ in Kramserei

Die Permiere des Operettenkrimis „Tödliche Melodien“ gelang Urheber Olaf Kreutzenbeck (Mitte) mit den ebenso glänzend aufgelegten Andrea Siebert (links) und Natalie Böttcher in bravouröser Manier.
Die Permiere des Operettenkrimis „Tödliche Melodien“ gelang Urheber Olaf Kreutzenbeck (Mitte) mit den ebenso glänzend aufgelegten Andrea Siebert (links) und Natalie Böttcher in bravouröser Manier.

Gefeierte Premiere des Operettenkrimis in Klein Krams / Klasse-Trio von Künstlern bot Musiken par excellence

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31. August 2015, 17:22 Uhr

Als Operettenkrimi war die Premiere „Tödliche Melodien“ angekündigt. Als äußerst unterhaltsames Bühnenstück, mit leicht eingängigem Operettenflair und Kunststoffleiche sowie mit nur einem Schuss, werden die folgenden Aufführungen in die Geschichte der leichten wie launigen Muse eingehen.

Das Premierenpublikum in der „Kramserei“ von Susanne Kramer und Rolf Schmieding in Klein Krams wurde Sonnabend beste Unterhaltung mit einem Mix aus Operettenmusiken, Musicals und Berliner Evergreens aus den frühen 1900er Jahren Berlins geboten. Dafür gab es die „Höchststrafe“ für die Künstler: Zugaben und lang anhaltenden Applaus.


Olaf Kreutzenbeck als Multitalent


Urheber dieser musikalisch anspruchsvollen Zeitreise, die allerdings nur ansatzweise kriminalistische Künste offenbarte, ist kein geringerer als das Multitalent Olaf Kreutzenbeck. Der gebürtige Westfale, der in Hamburg wie in Berlin seit Jahrzehnten lebende Schauspieler, Sänger, Regisseur wie Arrangeur bietet dem Publikum mit „Tödliche Melodien“ ein operettenhaftes Bühnenstück, das den „zweiten Frühling im Alter“ mit Szenen, launigen Floskeln, viel Gesang bis zum Happyend vorführt.

Aber Kreutzenbeck hat es auch verstanden, das Einsame des Alters, die Sehnsucht nach der Jugend und den Missbrauch mit Alten aufzuzeigen – zwar nur kurz, aber durchgängig.

So wie der am Sonnabend fabelhaft aufgelegte Autor und Regisseur dieses „Operettenkrimis“ spielte, so musikalisch hochklassig traten die Sopranistin Andrea Siebert als Grande Dame Ariane Delacorte-Jacuccini und die am Akkordeon virtuose Natalie Böttcher als Nadja Tolstojerowa ins Licht der Bühnenscheinwerfer. Stets nach dem Drehbuch leicht überzogen, doch mit unüberhörbar geschulter Stimme und in den Akkordeonanschlägen perfekt, hinterließen dieses Duo und der wirbelnde Kreutzenbeck eine bravouröse Premiere.


Mitwisser mit einer Pistole bedroht


Die Geschichte von „Tödliche Melodien“ ist schnell erzählt: Der einstige Operetten-Buffo Otto Kuhnke hat das Leben in einem Seniorenstift bis an den Stehkragen satt. Ebenso die Sängerin und Grande Dame Ariane. Beide beschließen aus dem Heim zu fliehen. Ihnen schließt sich urplötzlich die dominante Pflegeschwester Nadja an. Bei der Suche nach ihren Pässen stößt das Trio auf die „Leiche“ einer weltberühmten Stummfilm-Diva. Die wird allerdings nicht schauspielerisch, sondern mittels einer Plastikpuppe imitiert. Als auch noch Unsummen an Barem zum Vorschein kommen, bedroht Nadja die Mitwisser mit einer Pistole und ist sogar zu tödlichen Schüssen bereit. Doch beide Mitwisser entgehen dem vorzeitigen Lebensende mit lebensfrohen Melodien, als Berlin noch zu den Zentren für Operettenfreunde aus der ganzen Welt zählte.

Die Frage, wie dieses Bühnenstück entstanden ist und weshalb die Weltpremiere in Klein Krams stattgefunden habe, beantwortete Kreutzenbeck launig: „Aus einer gemeinsamen Schnapsidee mit Natalie heraus. Ein halbes Jahr haben wir bis zur Bühnenreife gebraucht. Die Wahl für die Premiere in Klein Krams fiel aus Freundschaft zu den Gastgebern Susanne Kramer und Rolf Schmieding.“

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