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Ludwigslusterin mit Fundkatzen vom Tierheim in Schwerin alleingelassen : Tierfreundin empört über Stadtbediensteten

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Liebend gern hätte Viola Ott die beiden Fundkatzen und auch ihre Hündin "Asta" im Januar mit nach England genommen. Doch die bürokratischen Hürden seien so hoch, dass aller Aufwand in keinem Verhältnis stehen würde.

svz.de von
erstellt am 24.Nov.2011 | 10:11 Uhr

Ludwigslust | Liebend gern hätte Viola Ott die beiden Fundkatzen und auch ihre Hündin "Asta" im Januar mit nach England genommen. Dorthin wird die 36-jährige Tierfreundin auswandern, um in der Krankenpflege zu arbeiten und gleichzeitig einen dem Beruf nahe-stehenden Studiengang zu belegen. Doch die bürokratischen Hürden seien so hoch, dass aller Aufwand in keinem Verhältnis stehen würde.

Ein rüde Reaktion auf eine Auskunft, die sie aus der Ludwigsluster Stadtverwaltung zu Wochenbeginn erhielt, empört die junge Frau jedoch weit mehr, als alle Auflagen, die sie englischen Behörden hätte vorlegen müssen, wie Viola Ott der SVZ berichtete. Und das fing alles mit drei jungen Kätzchen an.

Die drei Samtpfoten fand die Tierschützerin nahe dem Elternhaus in der Wöbbeliner Straße. "Wir sind als tierlieb bekannt. Vielleicht wurden die Kätzchen deshalb bewusst so nah am Haus abgelegt", mutmaßt Ott. "Ich habe mich der Tiere angenommen. Leider ist eine Katze gestorben. Sie hat wohl innerliche Verletzungen gehabt. Die beiden anderen Schnurrer habe ich dann über Wochen aufgepäppelt und versorgt. Sogar einen Kratzbaum und ein Katzenklo habe ich angeschafft. Aber diese Pflege war genau mein Fehler, wie ich leider unliebsam erfahren musste", beklagt Viola Ott ihren Einsatz für das Fundkatzenduo.

Die Ludwigslusterin muss sich angesichts des bevorstehenden Umzugs in Richtung England jedoch von Hündin und Katzen trennen. Mit der elfjährigen Hündin "Asta" wird es im Januar keine Probleme für die Noch-Ludwigslusterin geben, denn das Tier bleibt bei ihren Eltern und deren Rüden "Ako". Die beiden zutraulichen Fundtiere verstehen sich untereinander und sind richtig pflegeleicht, wie Viola Ott versichert.

Für die beiden Katzen musste jedoch eine andere Lösung gefunden werden, weil Viola Otts Eltern mit den Katzen über Gebühr belastet gewesen wären. Also rief sie beim Tierheim in Schwerin an und bat dort um Hilfe - die sie von dort nicht erhielt. Die Antwort lautete knapp, dass sie sich an die örtliche Verwaltung wenden müsse, dort werde sie Hilfe erhalten.

Ein trügerischer Rat, wie sich schnell herausstellte. Im Rathaus angerufen, wurde ihr mitgeteilt, dass der zuständige Sachbearbeiter an diesem Tage nicht zu sprechen wäre, erinnert sich Viola Ott noch genau an dieses Gespräch. Am anderen Ende der Leitung nahm dann doch ein anderer Bediensteter der Stadt ab und hörte sich die Geschichte an. Doch statt eines Hilfsangebots erhielt die suchende Tierschützerin eine ruppige und verletzende Antwort. Ruppig deshalb, so Ott, weil ihr vorgeworfen wurde, dass sie die Katzen zu lange bei sich behalten hätte. Damit sei sie nun Besitzerin des Samtpfotenduos und die Stadt nicht mehr zuständig (auch den nachfolgenden, verletzende n Wortlaut teilte Viola Ott der SVZ mit).

"Ich habe ja gar nicht erwartet, dass ich die Kätzchen bei der Stadt abgeben könne. Es wäre schon eine große Hilfe gewesen, mir ein Tierheim oder einen anderen Ort für die Katzen zu benennen. Eine Telefonnummer wäre Hilfe genug gewesen", kann sie diese Reaktion nicht verstehen.

Mittlerweile führte Hilfe zur Selbsthilfe zum Erfolg: Die beiden Kätzchen haben ihr Auskommen bei einer Freundin von Viola Ott. Die wohnt auf einem Bauernhof in Krenzlin.

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