zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 19:03 Uhr

wöbbelin : Tiefe Einblicke ins Lagerleben

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Neue Dauerausstellung „Zehn Wochen KZ Wöbbelin“ gestern eröffnet

Im Gedenken an den im Juli verstorbenen Erich Kary ist gestern in Wöbbelin die Dauerausstellung „Zehn Wochen Konzentrationslager Wöbbelin“ eröffnet worden. Bei aller Festlichkeit sei das heute ein sehr trauriger Tag, sagte Bildungsminister Mathias Brodkorb. „Mit Erich Kary ist wieder ein Zeitzeuge verstummt. Bald haben wir die Situation, in der niemand mehr der jungen Generation berichten kann, was er hier in diesen grausamen, schier endlosen zehn Wochen erlebt hat.“ Um so wichtiger sei die Aufarbeitung für die Öffentlichkeit in Ausstellungen wie dieser, so Brodkorb.

Drei Jahre haben Gedenkstättenleiterin Ramona Ramsenthaler, die Kuratorin Dr. Angelika Königseder und die Historikerin und Vorsitzende des Fördervereins Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin Dr. Carina Baganz die Ausstellung inhaltlich vorbereitet. Mehr als 300 Dokumente, Fotos, Filmaufnahmen und Gegenstände des Lageralltages werden hier auf nur 45 Quadratmetern gezeigt.

In Vitrinen liegen Alltagsgegenstände der Häftlinge, an der Wand sind Ohrmuscheln installiert, durch die der Besucher Zeitzeugenberichte auf englisch und deutsch hört, an drei Touchscreens erfahren die Gäste mehr zur Lagergeschichte, zu Häftlingsbiografien oder den Transporten. „Es war eine große Herausforderung, das Konzept auf so kleinem Raum grafisch umzusetzen“, sagt Kuratorin Angelika Königseder. Der Besucher könne sich die Ausstellung auf mehreren Ebenen erschließen. „Wer sich danach noch vertiefen möchte, kann in Büchern nachschlagen.“

Die neue Ausstellung, so Ramsenthaler, sei auf dem neuesten Forschungsstand. Fotos und Dokumente von ehemaligen Häftlingen stammen aus hiesigen Archiven und dem US-Holocaustmuseum in Washington.

Bildungsminister Brodkorb war das erste Mal in der Gedenkstätte. „Vor allem junge Menschen werden sich hier angesprochen fühlen“, sagt er. Die neue Ausstellung sei ein „behutsamer Kompromiss zwischen sachlicher Darstellung jugendlichem Pepp“.






 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen