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Ludwigsluster Tageblatt

16. August 2017 | 21:31 Uhr

Ludwigslust : Theaterkunst wider das Vergessen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gedenkveranstaltung an die Opfer des Nationalsozialismus mit dem Stück „Picknick im Felde“/ An der Gedenkstätte Bassin Kränze niedergelegt

Mehr als 60 Bürger aus dem Kreis Ludwigslust-Parchim gedachten gestern im Saal des Zebef e.V. am Alexandrinenplatz und anschließend an der Gedenkstätte „Am Bassin“ in Ludwigslust den Opfern der NS-Diktatur. Eingeladen hatten der Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e.V. und sein Beirat.

Der 27. Januar ist seit 1996 der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Er bezieht sich auf die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee. Die Vereinten Nationen erklärten 2005 diesen Tag zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. An die Einführung des Gedenktages 1996 durch den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog erinnerte auch Gisela Schwarz in ihrer Rede. „Auschwitz wurde zum Synonym des Massenmordes an den europäischen Juden“, so die Kreistagspräsidentin. Sie betonte die heutige Verantwortung für die Geschichte und die Pflicht an die Opfer zu erinnern. „Sich als Gesellschaft der Erinnerung zu stellen, ist unsere Pflicht.“

„Picknick im Felde“, so der Titel des Stückes, mit dem der Theaterjugendclub des Mecklenburgische Landestheaters Parchim überraschte. Unter der Leitung von Carolin Bauer und Martin Klinkenberg entstand nach der Groteske von Fernando Arrabal ein Theaterstück, das mit tiefschwarzem Humor kleinbürgerliche Konventionen und Wertvorstellungen auf den Irrwitz des Krieges prallen lässt. Man stelle sich vor, der Sohn wird zum Kriegsdienst einberufen und die Eltern besuchen ihn auf dem Schlachtfeld, um ein gemeinsames Picknick „im Grünen“ zu veranstalten. Die Eltern zelebrieren das kleinbürgerliche Familienidyll, fragen nach dem Befinden des Sohnes, eine Platte wird aufgelegt, es wird getanzt, Erinnerungsfotos werden geschossen. Plötzlich erscheint der feindliche Soldat Zepo - Zapos perfektes Ebenbild, bis auf die Farbe der Uniform. Zuerst wird Zepo festgenommen, dann aber bald wieder freigelassen, damit auch er bequem picknicken kann. Immer mehr Gemeinsamkeiten zwischen Zapo und Zepo kommen zum Vorschein. Und so beschließen sie, den sinnlosen Krieg aus eigener Initiative zu beenden. Dazwischen kommt es zum Beschuss der Pickrunde. Sanitäter eilen Dudelsack spielend herbei und sie beklagen, dass es keine Verletzten oder Toten beim Angriff gab. Die Handlung wird immer wieder von Nachrichten vom Bürgerkrieg in Syrien unterbrochen. Martin Klinkenberg nennt das Stück „Den Versuch, das Groteske eines Krieges darzustellen, und wünscht sich „das es wirkt“.

An der Gedenkstätte „Am Bassin“ mahnte der Ludwigsluster Bürgermeister, Reinhard Mach, eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte an. Nur so können Grundwerte wie Frieden, Freiheit und Demokratie vermittelt werden. Die Gedenkveranstaltung endete mit einer Kranzniederlegung.


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erstellt am 27.Jan.2014 | 19:05 Uhr

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