Ludwigslust : Teststrecken für Roboterautos?

Beim autonomen Fahren ist Lenken überflüssig. Das Fahrzeug fährt computergesteuert.
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Beim autonomen Fahren ist Lenken überflüssig. Das Fahrzeug fährt computergesteuert.

FDP und AfL wollen autonomes Fahren auf Kreisstraßen prüfen lassen / Breites Ja im Wirtschaftsausschuss

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16. Oktober 2014, 07:00 Uhr

Ein Pilotprojekt für autonomes Fahren auf Kreisstraßen im Landkreis will die Kreistagsfraktion FDP/AfL anschieben. Die Kreisverwaltung solle prüfen, ob die Erprobung von fahrerlosen Fahrzeugen auf ausgewählten Straßen im Landkreis möglich ist, heißt es in einem Beschlussblatt der Fraktion. Nach Meinung von Heiko Böhringer (AfL) könnten auf dem etwa 1000 Kilometer langen Kreisstraßennetz wenig befahrene Abschnitte für den Test von selbstfahrenden Roboterautos genutzt werden. In dem Zusammenhang solle der Landkreis sich auch mehr um die Ansiedlung von Unternehmen aus dem Bereich autonomes Fahren bemühen, formuliert Böhringer in der Beschlussvorlage. Er ist sich sicher: „Das hat auch positive Auswirkungen auf die Region. Wenn sich hier bei uns Hochtechnologien ansiedeln, wird der Landkreis für junge Menschen mit entsprechender Ausbildung und Kaufkraft attraktiv.“ Für Böhringer sei es jetzt wichtig politische Fürsprecher in Schwerin und Berlin zu gewinnen.

Der Antrag von FDP/AfL war erstmals auf dem Kreistag im September diskutiert, dann aber in die Ausschüsse verwiesen worden. Im Wirtschaftsausschuss musste Böhringer nicht lange für die Idee werben. „Ich finde die Diskussion darüber ziemlich genial“, sagte Nico Skiba (CDU). Er werde den Vorschlag grundsätzlich unterstützen. Auch wenn man ganz am Anfang stehe und die rechtlichen Rahmenbedingungen noch unklar seien. Für den Ausschussvorsitzenden Christian Geier passt das Thema zum Motto des Landkreises „Raum für Zukunft“. „Das ist innovativ“, sagte er. „Bei all den Diskussionen über die Stilllegung der Südbahn müssen wir uns Gedanken über die Zukunft des Verkehrs machen.“ Man könne das Thema nicht am Landkreis vorbeirauschen lassen. „Wir sollten darüber reden, bevor es andere tun.“

Auch der Ausschuss Ländlicher Raum, der sich am Dienstag zu dem Thema verständigte, reagierte aufgeschlossen. Allerdings, so Ausschussmitglied Dietrich Groth, sei die Formulierung des Antrags bemängelt worden. „Wenn man überzeugen und Begehrlichkeiten wecken will, sollte der Antrag qualifizierter gestellt werden.“ Im Wirtschaftsausschuss fand Böhringers Beschlussblatt breite Zustimmung. Nur ein Mitglied stimmte dagegen.

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