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Ludwigsluster Tageblatt

25. November 2017 | 01:13 Uhr

Tempolimit rund um die Uhr

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erstellt am 29.Feb.2012 | 10:36 Uhr

Ludwigslust | Den Verkehrslärm auf der kreisweit am meisten befahrenen Strecke, dem Teilstück der Bundesstraßen 5, 191 und 106 durch Ludwigslust, sofort zu reduzieren, hat wenig Erfolgsperspektiven. Jedoch: Möglicherweise könnten nach dem kommenden 31. Juli die vieljährigen Bemühungen von Anwohnern durch die zuständigen Behörden in Teilen verwirklicht werden. Aber: Dem sprechen gesetzliche Grenzwerte entgegen, die für das Straßenbauamt Schwerin ohne Bandbreiten umzusetzen sind. Mit diesem Fazit endete vorgestern im Landratsamt eine Gesprächsrunde zwischen Ludwigsluster Anwohnern dieser Bundesstraßen und behördlichen Spitzenvertretern.

Den eingeladenen Hausbewohnern reichen die Maßnahmen, die bislang im Rahmen einer schalltechnischen Untersuchung veranlasst wurden, nicht aus. Sie schlagen lärmenden Alarm. Vordringliches Ziel müsse die Geschwindigkeitsreduzierung des Lkw-Verkehrs auf 30 km/h über 24 Stunden hinweg sein. So wie es auf der B 5 von Boizenburg bis Grabow umgesetzt wurde. Diese Absenkung auch für Pkw durchzusetzen, erhielt eine deutliche Absage. Auch vermehrte Geschwindigkeitsmessungen durch die Polizei seien wenig aussichtsreich, erläuterte Armin Pey von der Ludwigsluster Inspektion. Nicht das Personal und die Technik seien das Problem, die Warnmeldungen über Rundfunk würden den Strich durch die Rechnung auslösen.

Eingeladen zur Runde hatten die Ludwigsluster Mitglieder des Landtages Detlef Müller (SPD), Maika Friemann Jennert (CDU) und Jacqueline Bernhardt (Linke). Mit am Runden Tisch saßen der Referatsleiter Berthold Witting vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern, der Leiter des Landesstraßenbauamtes Schwerin, Thomas Taschenbrecker, Landrat Rolf Christiansen, Stadtpräsident Helmut Schapper, die 1. Stellvertretende Bürgermeisterin Petra Billerbeck sowie weitere Vertreter für Baurecht, Ordnung und Sicherheit.

Völliges Verständnis für die Beschwerden und den großen Unmut über den permanenten Lärm - insbesondere durch den Schwerlasttransport - von Richard Ricke oder Dieter Baack, die beide in der Wöbbeliner Straße wohnen, hatte Referatsleiter Witting. Der Regierungsbeamte verwies jedoch auf den jüngsten Modellversuch für die B 106 in der Zeit von 22 bis 6 Uhr, deren Ergebnisse zum 31. Juli vorliegen. Dann erst sind Reaktionen aufgrund fundierter Untersuchungen zur Lärmbelastung möglich. Die Ergebnisse könnten dann möglicherweise auch für den Lärmschutz im Verlauf von 24 Stunden Aussagekraft besitzen. Prompt folgte die nächste Einschränkung durch Witting, der betonte, dass die bundesweite Struktur der Verkehrswege zu berücksichtigen ist. Und da spielt die künftige A14, deren erster Spatenstich noch in diesem Jahr im Landkreis Ludwigslust erfolgen soll, eine entscheidende Rolle. Witting: "Lärm wird immer weniger beherrschbar. Die Bevölkerung nimmt diese Grenzwerte allerdings nicht mehr hin." Für Ludwigslust wird kein Goldenes Kalb geopfert, Witting eindeutiger.

Eine spürbare Verkehrsentlastung der Trasse erhofft sich die Stadtverwaltung durch die A 14, erläuterte Fachdienstleiter Jens Gröger. Der Fachmann für Stadtentwicklung und Tiefbau sieht Möglichkeiten, den Lärmstress wirksam auf der B 106 zu reduzieren, doch die Stadt ist kein Baulastträger. Auf der heutigen Stadtvertreterversammlung werde dazu ein Verkehrskonzept diskutiert. Nicht zur Diskussion steht die Laascher Brücke als Ausweichstrecke, die im kommenden Jahr wieder aufgebaut werden soll, stellte Gröger fest. Und Taschenbrecker legte nach, meinte, dass sich die Gesamtsituation nur im Rahmen von straßenbaulichen Großmaßnahmen ändern lasse. "Es gibt Gesetze und Verordnungen. Es bleibt für Ludwigslust bei einer Mangelpflege."

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