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Ludwigsluster Tageblatt

18. Dezember 2017 | 21:37 Uhr

Lärmbelästung : Tempo 30 soll in Dömitz kommen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Bürgermeister Helmut Bode lud zu einem Bürgerforum für stadtweite Verkehrsberuhigung ein/Schwerlastverkehr muss aus der Stadt

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2015 | 07:00 Uhr

Diese Entscheidung will der Dömitzer Bürgermeister umfassend diskutieren. Helmut Bode hatte aus diesem Grund zu einem Bürgerforum ins Kulturhaus eingeladen. Mehr als 150, zumeist Hausbesitzer, kamen und diskutierten rund zwei Stunden durchaus kontrovers.
Als eine binnen kurzer Zeit umzusetzende Maßnahme für weniger Straßenverkehr und
-lärm sowie zum Schutz der Bausubstanz soll im Verlauf der Bundesstraße 195 von der Torbrücke bis zum Schulzentrum bald generell Tempo 30 gelten. Mit im Umsetzungspaket sollen entsprechende Geschwindigkeitskontrollen sein. Dazu will Bode auf die Polizei zugehen und um Unterstützung bitten. Um die Umsetzung dieses in der Diskussion mehrheitlich vorgebrachten Vorschlags will sich Bode umgehend kümmern.

In der Sache waren sich Bode und Bürger unisono einig: Der Schwerlastverkehr muss raus aus der Stadt. Die Hausbesitzer müssen sehendes Auges hinnehmen, dass landwirtschaftlicher und gewerblicher Schwerlastverkehr die Substanz der Häuser, viele davon unter Denkmalschutz, schweren baulichen Schaden zufügen.

Die möglichen Lösungsansätze sind jedoch begrenzt, wie Bode erläuterte. Weil eine Umgehungsstraße für Dömitz aus dem Bundesverkehrswegeplan wegen nicht ausreichenden Verkehrsaufkommens seit 2010 endgültig aus dem Planungskonzept gestrichen wurde, bleiben grundsätzlich nur zwei Offerten: Die die Stadt durchziehende Bundesstraße umwidmen zu lassen, um damit ein Durchfahrverbot für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen zu erreichen – ausgenommen Lieferfahrzeuge und Verkehrsmittel für den öffentlichen Personalverkehr. Das würde aber bedeuten, dass dann alle Unterhaltungsmaßnahmen die Stadt bezahlen müsste, was wiederum die finanzielle Beteiligung der Anlieger zur Folge hätte. Oder nach Eröffnung der sogenannten Hohen Brücke zum Ende diesen Jahres im Zuge der Landesstraße 04 darauf zu hoffen, dass der Schwerlastverkehr ab der Kreuzung am Hafen in Richtung Hohe Brücke über die als Europastraße bekannte Strecke bis zur Kreuzung Heidhof/Neu Kaliß umgelenkt wird. In diesem Falle würde die Landesstraßenbaubehörde mit einer entsprechenden Beschilderung unterstützen, konnte Bode einem von ihm angestrengten Gespräch im Schweriner Verkehrsministerium entnehmen.

Anderen Lösungsvorschlägen aus dem Forum gibt Bode wenig Chancen, weil die nicht zuletzt von hoheitlichen Zuständigkeiten abhingen, oder die Kosten von der Stadt finanziell nicht zu stemmen seien, so die Antworten von ihm auf eine Reihe von Vorschlägen zum Ende der Veranstaltung.

Die neue Hohe Brücke wird eine Breite von sechs Metern haben. Sie verfügt über eine ausreichende Tonnagebelastung und auch die Straße in Richtung Bundesstraße 191 soll die Last von Traktorgespannen und voll beladenen Sattelzügen verkraften können, ist der Dömitzer Bürgermeister der Meinung. Allein im Begegnungsverkehr müssten die Fahrer dann aufeinander reagieren, was aber auch „entschleunigen“ würde.

Der Dömitzer Bürgermeister favorisiert eine Verkehrsberuhigung in der Stadt über die Hohe Brücke durch Einsicht. Nach seiner Einschätzung wird sich der Verkehrsfluss durch die Stadt nach Brückeneröffnung sofort verringern. Sollte sogar eine bundesweite Maut für die Nutzung von Bundesstraßen eingeführt werden, rollen die Brummis sofort wieder über die schneller zu befahrenden Anbindungen, ist Bode überzeugt.

Das nächste Bürgerforum soll Frühjahr/Sommer 2016 stattfinden. Dann liegt Zahlenmaterial der bundesweiten digitalen Verkehrszählung 2015 und zwei mit dem Gymnasium Dömitz vereinbarte Verkehrszählungen jetzt im Frühjahr und im Frühjahr 2016 nach der Eröffnung der Hohen Brücke vor.


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