zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 22:47 Uhr

Tausendfache Hilfe für Luis aus Lulu

vom

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2013 | 06:56 Uhr

ludwigslust | In Westmecklenburg ist eine Hilfswelle für den sechsjährigen Luis Leverenz aus Ludwigslust im Gange, die ihresgleichen sucht. Komplett aus Privatinitiative der Familie und Freunden ins Leben gerufen, hat das Schicksal des Jungen die Herzen von Jung und Alt erreicht. Höhepunkt war am Sonnabend eine Typisierungsaktion in der Sporthalle an der Techentiner Straße, bei der von Anfang an ein Riesen-Andrang herrschte. Am Ende waren es 1600 Frauen und Männer, die sich jeweils fünf Milliliter Blut abnehmen lassen wollten. Mediziner ermitteln aus den Proben, ob ein geeigneter Stammzellenspender für Luis dabei ist. Trotz mehrmaligen Nachholens von Test-Sets mussten die letzten Spendewilligen um 14 Uhr nach Hause geschickt werden.

Der sechsjährige Luis leidet unter MDS. Hinter der Abkürzung verbirgt sich die Bezeichnung "Myelodysplastisches Syndrom" - eine Knochenmarks-Erkrankung. Der Körper ist dabei nicht mehr in der Lage, aus seinen Stammzellen vollständig reife und funktionstüchtige Blutzellen zu bilden. Unbehandelt führt die Krankheit im Allgemeinen nach sechs bis 100 Monaten zum Tod, viele Patienten sterben an inneren Blutungen oder einer Lungenentzündung.

In Freiburger Klinik hat neue Therapie begonnen

Im Januar hat in einer Freiburger Spezialklinik für Luis eine neue Therapie begonnen, und mit ihr gibt es neue Hoffnung. Und auch eine Spendenaktion ist ist in den letzten Wochen gelaufen. SVZ hatte erstmals im Dezember über den kleinen Luis Leverenz und seine Familie berichtet. Das gesammelte Geld kommt ausschließlich der Typisierungsaktion vom Sonnabend zugute. So ein Test kostet 50 Euro, und die Menschen, die am Sonnabend in die Sporthalle kamen, brauchten keinen Cent zu entrichten. Während die Menschen in Ludwigslust einen kleinen Pieks über sich ergehen lassen, wartet der kleine Luis im fernen Freiburg auf das Ergebnis.

"Im Moment erhält er alle zehn Tage eine Bluttransfusion", erzählt sein Papa Marco Leverenz. "Das ist jeweils ein halber Liter, der ihm über drei, vier Stunden verabreicht wird." "Die Abstände waren schon mal länger", ergänzt Luis’ Mama Sabine. "Das ist unterschiedlich, aber nach einer bis eineinhalb Wochen muss die Transfusion wiederholt werden." Das wird so lange praktiziert, bis ein geeigneter Stammzellenspender gefunden ist. Wenn das der Fall ist, wird das Knochenmark des kleinen Jungen durch eine Chemotherapie abgetötet. Ärzte führen ihm die neuen Stammzellen zu, die dann in Luis’ Körper anwachsen und selbstständig Blut produzieren sollen. Marco Leverenz erzählt das mit einer äußeren Ruhe, die nicht im Entferntesten ahnen lässt, was sich in seinem Innern abspielt. Die Familie ist ebenfalls an diesem Morgen in die Sporthalle gekommen. Die Eltern sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft und voller stiller Dankbarkeit.

Familie und Freunde bildeten Organisationsteam

Anja Schwanbeck gehört zur Familie. Gemeinsam mit Freunden haben sie ein kleines Organisationsteam gegründet, freiwillige Helfer gesucht, die Absprachen mit dem Deutschen Roten Kreuz getroffen. "Vor fünf Wochen etwa war klar, dass Luis einen Spender braucht. Von da an lief alles dermaßen reibungslos", sagt Anja Schwanbeck. "Wir haben so etwas noch nie gemacht, und waren total überrascht, wie gut alles funktionierte." Einschließlich der Zusammenarbeit mit dem DRK.

Noch am Tag der Typisierung meldeten sich freiwillige Helfer

Auf der Straße seien sie angesprochen worden, viele Menschen meldeten sich zudem, seit die Telefonnummer und eine Internetadresse veröffentlicht worden waren.Unkompliziertes Mittun war die dominierende Beobachtung. Noch am Tag der Typisierung meldeten sich vier freiwillige Helfer, die Blut abnehmen können, und sahen, dass es voll war in der Sporthalle.

"Ganz großen Dank an alle, die uns in dieser schweren Zeit Hilfe und Unterstützung zuteil werden lassen", sagt Sabine Leverenz. Und Anja Schwanbeck ergänzt: "Niemals, im Entferntesten nicht, hätten wir mit so einer Welle der Hilfsbereitschaft gerechnet." Für die Familie beginnt jetzt eine bange Zeit des Wartens, ob ein geeigneter Spender für Luis dabei ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen