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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 05:01 Uhr

Neu Kaliss : Tatort: Alte Papierfabrik

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gerhard Franz zog vor zehn Jahren nach Raddenfort und lässt seinen Thriller in dem historischen Gemäuer spielen.

von
erstellt am 06.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Als Gerhard Franz zum ersten Mal die alte Papierfabrik in Neu Kaliß sah, war er fast sprachlos. „Mich faszinieren alte, marode Dinge“, erklärt der Raddenforter. Der Anblick geborstener Fenster, verrosteter Rohre und zurückgelassener Maschinen ließ den Fotodesigner nicht nur zur Kamera greifen. Er inspirierte ihn auch zu einem Roman. „Im Schatten der Angst“ spielt in der alten Papierfabrik. „Für zart besaitete Menschen ist der Thriller vielleicht nicht das Richtige“, sagt der Autor selbst.

Gerhard Franz schreibt schon seit rund 20 Jahren. „Als ich anfing, war ich aber naiv und einfallslos“, gesteht der 63-Jährige. Doch dann besorgte ich mir Bücher darüber, wie ein Roman aufgebaut sein muss, und brachte mir das Schreiben selbst bei. Mit „Im Schatten der Angst“ hat er nun sein erstes literarisches Werk veröffentlicht. „Es ist wichtig, Spannung zu erzeugen, dafür zu sorgen, dass die Wendungen in der Handlung nicht vorhersehbar sind“, erklärt Gerhard Franz. Das sei ihm mit dem Thriller, der im Selbstverlag erschienen und über Amazon zu beziehen ist, gelungen. „Wenn man das Gefühl hat, man hat das Buch im Griff, dann kommt eine Wendung und man weiß nichts mehr.“

Gerhard Franz stammt nicht aus der Elbregion. Er hat sich nach einem Fernsehbericht und dem darauf folgenden Urlaub in Quickborn aber in sie verliebt. „Die Natur, die vielfach noch frei von menschlichen Einflüssen ist. Die Tiere, die man beobachten und fotografieren kann. Die Ursprünglichkeit vieler Bauten, die mich an meine Jugend erinnert“, schwärmt der Raddenforter. „Und die Menschen, wie sie sich mit ihrem Land verbunden fühlen.“ Nach dem Urlaub war für ihn und seine Frau klar, dass sie ihre Zelte im baden-württembergischen Göppingen abbrechen und hierher ziehen wollen. In Raddenfort fanden sie ein passendes Haus, das sie mieten konnten. „Das war das Beste, was wir je gemacht haben“, sagt Gerhard Franz. „Wir werden aus dieser Region nicht mehr weggehen.“

In „Im Schatten der Angst“ geht es um die Polizistin Kathrin und ihre Freundin Sabrina, die 1987 auf der Suche nach angeblichen Ruhestörern in die Papierfabrik eindringen und dort zum Opfer eines grausamen Experiments werden. „Es ist ein Thriller der härteren Gangart“, gibt Gerhard Franz zu und erklärt das Warum. Der Roman mache deutlich, wie er die Welt sieht. „Es passiert auf dieser Welt viel Furchtbares. Und während andere Menschen ausblenden, was alles geschieht, möchte ich die Dinge so darstellen, wie sie sind“, erläutert der 63-Jährige. Vielleicht sei das auch ein Stück Verarbeitung. Um zugleich aber auch Prozesse und Abläufe in der Fabrik möglichst authentisch darstellen zu können, hat sich der Autor stundenlang mit einem ehemaligen Mitarbeiter unterhalten.

Inzwischen arbeitet Gerhard Franz an einem neuen Buch. „Aber da muss ich noch mehr Material sammeln, weil das Ganze ja stimmig sein soll“, sagt der Autor. Es solle insgesamt darum gehen, was der Mensch mit den Tieren alles macht, was in der Nahrungsmittelproduktion schiefläuft. „Das Buch soll aber nicht belehrend sein. Deshalb brauche ich noch eine Figur, die das Ganze neutral darstellt, so dass der Leser selbst den Weg findet.“ Es wird wieder ein Thriller werden.

Vielleicht gibt es aber auch eine Fortsetzung von „Im Schatten der Angst“. „Die Geschichte ist zwar nicht ganz offen geblieben, aber ganz zu Ende ist sie auch nicht“, so der Raddenforter, der sein Werk auch einem Verlag anbieten will. Eine erste Lesung hatte er in Neu Kaliß gemacht, weitere seien möglich. Künftige Lesungen will der Fotodesigner, der Photoshop-Kurse an der Volkshochschule gibt, mit einer professionellen Bildershow verbinden, die Aufnahmen aus der alten Papierfabrik zeigt. Die Auswahl ist groß: Rund 3000 Fotos hat er gemacht.  

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Gerhard Franz: Im Schatten der Angst. Als E-Book und Taschenbuch erhältlich.

 

 

 

 

 

 

 

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