Grabow : Tanz unter dem Zaubergarten

Die Schüler führten unter dem schwebenden Zaubergarten einen Tanz vor.  Fotos: Neumann
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Die Schüler führten unter dem schwebenden Zaubergarten einen Tanz vor. Fotos: Neumann

Studenten stellen Gemeinschaftsarbeit mit Grabower Grundschülern fertig / Entwürfe für inklusive Schulgestaltung folgen im Februar

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03. Dezember 2016, 07:00 Uhr

Kilian weiß genau, wo sein Werk hängt. „Dort hinten, das mit den Sonnenblumen“, erklärt der Drittklässler und zeigt auf die Installation mitten im Foyer der Grundschule „Eldekinder“. Dort schwebt seine Bastelarbeit zusammen mit rund 160 anderen Kunstwerken der Schüler zwischen Aluminiumblättchen, bunten Luftballons und Wattebällchen. Der schwebende Zaubergarten, den Innenarchitektur-Studenten der Hochschule Wismar mithilfe der Kinder gestaltet hatten, ist fertig und wurde gestern Morgen beim Adventssingen eingeweiht. Die Grundschüler trugen dazu Gedichte vor, sangen einen Kanon und Weihnachtslieder und tanzten unter dem schwebenden Kunstwerk.

Dass die rund acht Meter hohe Installation tatsächlich etwas Zauberhaftes hat, hatte Schulleiterin Andrea Fuhrmann schon am Tag zuvor erlebt. „Als die Kinder morgens ins Schulhaus kamen, wurden sie still, als sie den Zaubergarten sahen. Es war eine ganz besondere Stimmung.“ Die Mädchen und Jungen hatten am Mittwoch zwar gesehen, dass die Studenten mit der Arbeit begonnen haben. „Aber fertig waren wir erst abends gegen 20 Uhr“, erklärt Prof. Oliver Hantke von der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar. Nach rund zwölf Stunden Arbeit. „Wir haben die von den Schülern gebastelten Sachen erst einmal nach formalen Aspekten sortiert, also Längliches zu Länglichem, Flaches zu Flachem und so weiter“, erklärt Master-Studentin Evelina Boger. „Dann entstand das Konzept, wo wir was aufhängen wollen.“ Andere Studenten schnitten derweil die glitzernden Blättchen und Angelsehne zurecht oder spannten das Netz, an dem der Zaubergarten hängt. „Wir haben rund 2,5 Kilometer Angelsehne und 3800 Aluminium-Blätter verarbeitet“, erklärt Prof. Annette Leyener. Evelina Boger ist vom Ergebnis begeistert. „Ich bin erstaunt, welche atmosphärische Wirkung das Werk doch hat“, sagt die Studentin. „Durch die sich bewegenden Elemente wirkt es auch beruhigend.“ Schulleiterin Andrea Fuhrmann hat noch einen weiteren erfreulichen Aspekt festgestellt: „Die Akustik ist jetzt viel angenehmer.“ Sie dankte den Studenten und den Schülern für ihre Arbeit. Auch Kilian ist überrascht. „Ich hatte es mir anders vorgestellt“, sagt der Drittklässler. „Aber so ist es auch sehr schön.“

Der schwebende Zaubergarten ist quasi ein Nebeneffekt eines Projektes, das die Grundschule und die Fakultät Gestaltung in diesem Schulhalbjahr verbindet. Die Studenten sollen Ideen für die Gestaltung der Schule entwickeln, so dass das ideale Umfeld für das gemeinsame Lernen von Kindern ohne und mit Behinderung oder Beeinträchtigung entsteht. Studenten und Professoren kennen die ersten Entwürfe – jeder Student muss mindestens eine Raumprogrammplanung für die ganze Schule und die Gestaltung eines Klassenraums vorlegen – bereits. Anfang Februar sollen sie dann in Grabow präsentiert werden.

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